Generationenprojekt in Pinkafeld: Melange mit Tradition. Seit über zwei Jahrhunderten ist die Konditorei Träger ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt, der in all der Zeit nichts an seinem Glanz und Geschmack verloren hat.

Von Dorothea Müllner-Frühwirth. Erstellt am 14. November 2020 (04:29)
Die Liebe zur Kaffeehaus-Tradition liegt in den Genen: Familie Träger vor ihrer Konditorei die momentan Montag bis Freitag von 9.30 bis 16.30, Samstag von 9.30 bis 12 Uhr und Sonntag von 13.30 bis 16.30 Uhr (in Form von Gassenverkauf) geöffnet hat.
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Eine cremige Melange, ein heißer Cappuccino, dazu ein frisches Stück Kuchen – ein Angebot, das das Herz jedes Kaffeehaus-Liebhabers höherschlagen lässt. Im Café Träger wartete man schon lange mit diesen verlockenden Köstlichkeiten seinen Kunden auf – nämlich bereits seit 240 Jahren.

Die Liebe zum Backen über viele Generationen

Die Feierlichkeiten zu diesem besonderen Jubiläum hätten besonders zelebriert werden sollen – doch leider machte wie vielerorts auch hier Corona einen Strich durch die Pläne.

Die Sonderbriefmarke zu „240 Jahre Konditorei Träger“ ist bereits ausverkauft.
Träger

Der Familienbetrieb wird zurzeit von Reinhard Träger in der sechsten Generation geführt. „Gegründet wurde die Firma am 1. November 1780 von Johann Georg Träger, der sich nach Jahren der Wanderschaft in Pinkafeld niederließ. Er eröffnete einen Bäckereibetrieb mit neuen, damals in der Region unbekannten Produkten. Auch Reinhard Träger verbrachte seine Gesellenjahre in München, Tuttlingen, Herford und Wien und brachte viele neue Rezepte und Verarbeitungsweisen in den Pinkafelder Betrieb mit. Noch heute lassen wir uns von regionalen Besonderheiten aus Fern und Nah inspirieren und bieten regelmäßig neu entwickelte Köstlichkeiten in der Konditorei an“, erzählt die Konditoren-Familie.

Von der „guten, alten“ zur „feinen, neuen“ Zeit

Ein besonderes Gebäck, das sowohl damals als auch heute noch bei den Kunden besonders beliebt ist, ist das „Pressburger Kipferl“, das nach einem sehr alten Rezept des Betriebs hergestellt wird. Sonst hat sich seit damals aber vieles verändert, nur der Standort ist in der Bruckgasse gleichgeblieben. Besonders das Angebot wird immer wieder den neuen Trends angepasst, dabei vergisst man aber nicht auf die traditionellen Bäckereien.

Besonders die Qualität der Produkte und der Rohstoffe steht im Mittelpunkt. „Inspirationen dafür bringen alle Trägers und natürlich auch unser Team immer wieder neu ein. Wir sind besonders stolz auf unser Teamwork und auf die langjährig bei uns beschäftigten Mitarbeiterinnen“, freut sich die Unternehmer-Familie. Um die Firma zu präsentieren greift man aber auch gerne auf die sozialen Medien zurück, wie beispielsweise Instagram (cafe_traeger_pinkafeld), wo die feinen Mehlspeisen immer wieder für einen „Hingucker“ sorgen.

Eine große Feier im nächsten Jahr

Die Schließung der Gastronomie hat auch die Konditorei getroffen, man versucht aber trotzdem, auch hier das Positive zu sehen: „Wir stehen voll dahinter, das gesundheitliche Wohlbefinden steht im Vordergrund. Obwohl das Café geschlossen bleiben muss, haben wir zumindest die Möglichkeit, unsere Mehlspeisen im Gassenverkauf anzubieten.

Auch `Coffee to go´gibt es“, erklärt Familie Träger, wie die kommenden Wochen für ihren Betrieb und die Besucher gestaltet werden. Die Feierlichkeiten zum Jubiläum sollen aber bald nachgeholt werden: „Nach dem Motto `240 Jahre plus Krise´wollen wir unseren Geburtstag im kommenden Sommer groß nachfeiern – so die Pandemie bis dahin unter Kontrolle gebracht werden konnte. Es wird, aller Voraussicht nach, eine Ausstellung zur Betriebsgeschichte im Pinkafelder Stadtmuseum geben und wir tüfteln auch an einer kleinen Publikation. Mehr soll noch nicht verraten werden.“