Welle der Hilfsbereitschaft im Bezirk Oberwart

Erstellt am 03. März 2022 | 05:25
Lesezeit: 4 Min
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Diàna Ròzsa, Katerina Zakorko, Gerhard Szabo, Yuliya Szabo und Gàbor Ròzsa sammeln in Unterwart für die Kriegsopfer.
Foto: Fenz
Der Bezirk Oberwart steht zusammen und organisiert Hilfe für die Kriegsopfer der Ukraine.
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Schnell, professionell und mit viel Herz organisieren Gemeinden und Privatpersonen nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine Hilfe. In Markt Allhau startete das Unternehmen Alu Pfeiffer gemeinsam mit der Gemeinde und dem Verein für Integration „Vamos“ einen Spendenaufruf.

„Ab Ende Jänner stand eine unserer Hallen frei, wir stellten uns die Frage, sollen wir mit einer Sanierung beginnen oder noch nicht? Diese Entscheidung wurde uns nach Ausbruch des Krieges schnell abgenommen. Für uns war klar, wir möchten die Fläche nutzen, um dort Spenden für die Kriegsopfer sammeln zu können“, so Alu Pfeiffer Geschäftsführer Daniel Pfeiffer.

Da der Daniel einer ist, der nicht gerne tatenlos zu sieht, sondern lieber macht, organisierte er, nachdem die Entscheidung gefallen war, selbst eine Route, auf der die Spenden bis in die Kriegsgebiete gelangen sollen. „Am Freitag oder Samstag starten voraussichtlich die ersten vollen Laster ihre Reise Richtung Ukraine. Bis dahin können noch Spenden direkt bei der Halle in der Gemeindestraße 37 in Markt Allhau abgegeben werden. Am Donnerstag besteht diese Möglichkeit zwischen 9 und 11 Uhr und nachmittags zwischen 15 und 18 Uhr, am Freitag können Spenden zwischen 8 und 13 Uhr abgegeben werden.

„Gebraucht werden vor allem Verbandsmaterial, Desinfektionsmittel, Schmerzmittel aber auch Hygieneartikel und saubere Kleidung“, erklärt Pfeiffer.

„Kann nicht einfach hier sitzen und abwarten“

Auch in Unterwart wird fleißig für die Kriegsopfer der Ukraine gesammelt – mit einem ganz persönlichen Hintergrund. Yuliya Szabo nämlich, die seit 17 Jahren in Österreich lebt und in Unterwart einen Bauernhof betreibt, stammt selbst aus der Ukraine, viele ihrer Familienangehörigen leben seit Ausbruch des Krieges dort jetzt in Angst und Schrecken. „Ich kann nicht einfach hier sitzen und abwarten, wie es weitergeht, ich muss etwas tun“, erklärt Szabo.

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Auch eine Gruppe Freiwilliger aus dem Umkreis von Oberwart — unter der Leitung von Diána Rózsa — sammelt Spenden für die Menschen in der Ukraine.Diese wurden dann in Oberwart bei Katharina und Valerie Dowas sortiert und verpackt. Die beiden Lkws konnten sich am Dienstag bereits auf den Weg nach Szombathely und von dort zur ukrainischen Grenze machen.
Foto: Fenz

Die Unterwarterin startete deshalb ebenfalls einen Spendenaufruf für die Kriegsopfer und sammelt explizit Medikamente und alles, was zur medizinischen Erstversorgungen vor Ort benötigt wird: Erste-Hilfe-Koffer, Bandagen, Schmerzmittel, sterile Wundauflagen oder Blutdruckmessgeräte – eine genaue Liste mit Dingen, die man spenden und bei Yuliya Szabo in Unterwart abgeben kann, findet man auf der Facebook-Seite „Szabo Bauernhof“ - plus die Kontaktdaten. Am Dienstag hat die gebürtige Ukrainerin bereits eine erste Lieferung an Hilfspaketen bis nach Ungarn geliefert.

Die nächste große Lieferung in Richtung Kriegsgebiet ist für kommenden Samstag, 5. März, geplant. „Wir fahren dann über Polen rüber an die Grenze, konkret nach Lemberg. Von dort holt die Sachen dann eine Bekannte ab und bringt sie nach Kiew.“ Yuliya Szabo: „Es ist schlimm zu wissen, dass meine Familie noch dort ist. Ich wollte sie abholen, aber sie leben am Land, direkt bei der russischen Grenze. Aktuell können sie nicht weg. Natürlich mache ich mir trotzdem riesige Sorgen um sie, aber wir sind in ständigem Kontakt und ich hoffe, dass der Wahnsinn bald ein Ende hat. Die Ukraine ist das Schutzschild Europas gegen Russland. Wenn meine Landsleute jetzt nachgeben, dann ist vielleicht bald schon viel mehr verloren. Sie brauchen unsere Hilfe. Dringend.“

Installierung eines Koordinierungsstabs

In Pinkafeld fordern die NEOS die Installierung eines Koordinierungsstabes für die Ukraine-Hilfe: „Um für die Herausforderungen gut gerüstet zu sein, schlagen wir vor, dass die Gemeinde die unterschiedlichen Initiativen - sei es von Gruppen oder Einzelpersonen - proaktiv koordiniert und unterstützt“, meint Gemeinderat Eduard Posch. Gut geeignet um diese Aufgabe zu übernehmen wäre laut den NEOS der Sozialausschuss.

Dort wird die Idee begrüßt: „Wir werden diese Aufgabe sehr gerne übernehmen. Aus Erfahrung wissen wir, dass in Pinkafeld sehr viele Menschen gerne anderen helfen. Wir möchten diese unterstützen, dass ihre Hilfe auch ankommt“, so Stadtrat und Obmann des Sozialausschusses Horst Franz (SPÖ).

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