"Müllverbrennungsanlage" laut SPÖ in Oberwart geplant. Die SPÖ warnt vor einer "Müllverbrennungsanlage" am Standort des ehemaligen Biomassekraftwerks der Energie Burgenland in Oberwart.

Von Michael Pekovics. Erstellt am 26. Januar 2018 (11:33)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Pekovics

Die SPÖ lud am Freitagvormittag zu einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz, um vor einer angeblich in Oberwart geplanten "Müllverbrennungsanlage" am Standort des bestehenden Biomassekraftwerks zu warnen.

"Bürgermeister Georg Rosner und der neue Eigentümer, die Firma Wopfinger, planen hinter dem Rücken der Bevölkerung und des Gemeinderates eine Müllverbrennungsanlage am nördlichen Stadtrand von Oberwart", sagte Landesrat Hans Peter Doskozil unterstützt von Landesgeschäftsführer Christian Dax und den SPÖ-Abgeordneten des Bezirks.

Pekovics

Die Firma Wopfinger Transportbeton hat das Biomassekraftwerk im Dezember 2017 von der Energie Burgenland gekauft, der Betrieb verfügt über zahlreiche Standorte in Österreich. Laut den Vertretern der SPÖ ist in der ersten Probephase das Verbrennen von Papiermüll mit Plastikkomponenten geplant, in der zweiten Phase soll eine "Schmelzanlage für die Zementproduktion" entstehen.

"Das bringt für die Bevölkerung natürlich eine massive Schadstoffbelastung mit sich. Für mich ist es unverständlich, dass Bürgermeister Rosner versucht, dieses Projekt hinter dem Rücken der Bevölkerung und des Gemeinderates zu realisieren", sagte Doskozil. "Wir werden uns dagegen wehren, wir brauchen keine Müllverbrennungsanlage in Oberwart."

Die Stadtpartei will nun Unterschriften gegen das Projekt sammeln, am 8. Februar (18 Uhr) soll es im Gasthaus Drobits eine Informationsveranstaltung für die Bevölkerung geben, zu der auch Experten eingeladen werden. Landesgeschäftsführer Christian Dax betonte außerdem, dass "es gar nicht genug heimischen Abfall für diese Anlage gibt, der Müll also aus dem Ausland hergebracht werden wird".

Pekovics

Rosner: "Letztklassige Verunsicherung der Bürger"

Auf Anfrage der BVZ bestätigte Bürgermeister Georg Rosner (ÖVP), dass ihm das Projekt bekannt sei, er habe es auch in der jüngsten, nicht öffentlichen Stadtratssitzung zur Sprache gebracht. "Das Land ist in die Sache voll eingebunden, es gab sogar schon Gespräche mit der Landesamtsdirektion, dem Umweltanwalt und dem Büro von Landesrätin Astrid Eisenkopf", widerspricht der Stadtchef dem Vorwurf der mangelnden Transparenz.

Sowohl das Land als auch die Bezirkshauptmannschaft und der Umweltanwalt sind mit dem Projekt befasst, nach einigen Umbauarbeiten im Biomassekraftwerk soll zunächst mit einem Probebetrieb begonnen werden. 

Für Rosner ist es "letztklassig, dass die SPÖ jetzt versucht die Bevölkerung zu verunsichern, schließlich ist ja auch das Land eingebunden. Ich kann ja nicht informieren, wenn es derzeit nur einen Probebetrieb gibt, für den es keine Parteienstellung gibt, außerdem gibt es jede Menge Umweltauflagen, die erfüllt werden müssen".  

Eigentümer meldet sich zu Wort

Am Nachmittag reagierte auch der neue Eigentümer des Biomassekraftwerks Oberwart, die BIO-Brennstoff GmbH - eine 100 % Tochter der Unternehmensgruppe Baumit und Wopfinger zu Wort: Die Anlage solle mit Biomasse in Betrieb genommen werden, weiters gebe es eine Projektstudie für den Einsatz weiterer Brennstoffe. Zunächst würden Hackschnitzel verbrannt werden, weitere Gespräche mit den Behörden sind für Februar und März geplant, heißt es in einer gemeinsamen Aussendung mit der Stadtgemeinde.

Mehr zu den Hintergründen am Mittwoch in der BVZ.