Geschichte der Kalkbrenner bleibt erhalten. Die Gemeinde lädt auch heuer wieder zum Anzünden und Ablöschen ein. Damit bleibt die Geschichte der Kalkbrenner erhalten.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 24. August 2019 (03:50)
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Das Kalkbrennen ist ein jahrtausendaltes Handwerk. Als Baumaterial zur Erstellung von Mauern, als auch für das Streichen von Fassaden war und ist Kalk unentbehrlich. Seit der Antike über das Mittelalter bis in das 20. Jahrhundert wurde gebrannt. „Der Naturparkverein der Gemeinde Unterkohlstätten will das alte Handwerk vor dem Vergessen bewahren und wird deshalb von 30. August bis 1. September Kalk brennen“, erzählt Bürgermeister Christian Pinzker.

Gemeinde errichtete 2002 neuen Kalkofen

Die Geschichte zu den Kalkbrennern in Unterkohlstätten: In der Zwischenkriegszeit nützten einige Bauern das Kalkgesteinvorkommen rund um Unterkohlstätten, um den alten wertvollen Baustoff „Kalk“ herzustellen. Vorwiegend in der Ried Steinwandriegel wurden Steine aus der Felswand gebrochen, dieser Kalkstein war das Ausgangmaterial für die Kalkbrennerei. Der Kalkofen war aus Ziegel gemauert und zum Teil in die Erde hineingebaut. Die Kalksteine wurden zylinderförmig im Kalkofen aufgeschlichtet. Für eine Füllung waren circa 5000 Kilogramm Steine notwendig. Der Ofen musste auf 1100 Grad aufgeheizt werden. Bei einem Brennvorgang wurden rund zehn Raummeter Holz verheizt.

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Erst nach 32 bis 36 Stunden Brenndauer war der Branntkalk (Stückkalk) fertig. Diese Branntkalkstücke wurden früher mit Pferdefuhrwerken auf die Baustelle gebracht. Die Kalkstücke wurden durch die Zugabe von Wasser erst gebrauchsfertig gemacht. In den 50er Jahren wurde der Stückkalk vom industriegefertigtem Staubkalk verdrängt.

Die Kalköfen sind inzwischen verfallen und von der Natur überwuchert. „Um das Gewerbe des Kalkbrennens in unserer Region vor dem Vergessen zu bewahren, haben wir im Jahr 2002 einen neuen Kalkofen errichtet. Sie können sich hier anhand von Schautafeln überzeugen, wie die Menschen früher mit einfachen Hilfsmitteln und durch chemische Vorgänge aus Naturstein den so begehrten Branntkalk erzeugt haben“, so der Ortschef.

Das Programm

Freitag, 30. August, 17 Uhr: Anzünden des Kalkofens

Samstag, 31. August, 21 Uhr: Nachtwanderung zum Kalkofen (Start am Kirchenplatz), Feuerwache und Beheizen des Kalkofens

Sonntag, 1. September, ab 10 Uhr: Frühschoppen und Löschen des Kalks.