Heimathaus beschäftigt sich mit Geschichte der Region. Seit über 30 Jahren sammelt Ernst Szabo geschichtsträchtige Stücke aus der Region, um sie im Unterwarter Heimathaus der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Von Vanessa Bruckner. Erstellt am 23. September 2017 (05:28)
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Unikat. Ernst Szabo lebt für die Geschichte. Der Obmann des Heimathauses Unterwart führt persönlich durch die Ausstellung. Infos unter: www.unterwart.at
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Seine Frau kann ein Lied davon singen, dass der Ernst schon auch mal den Löffel beim Essen fallen lässt und aufspringt, wenn er gebraucht wird. „Oder wenn ein Anruf kommt, dass jemand ein interessantes Stück fürs Museum daheim am Dachboden gefunden hat“, erzählt Ernst Szabo schmunzelnd.

Unglaubliche 85 Jahre alt ist der Leiter des Heimathauses Unterwart und seit 27 Jahren ist das geschichtsträchtige Gebäude mitten im Ort ein großer Teil seines Lebens. Szabo erzählt: „Im Juni 1965 wurde der Verein ‚Unterwarter Heimathaus‘ gegründet und schon damals begann man, Fundstücke zusammenzutragen.

Unikat. Ernst Szabo lebt für die Geschichte. Der Obmann des Heimathauses Unterwart führt persönlich durch die Ausstellung. Infos unter: www.unterwart.at
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1973 wurde das Heimathaus dann offiziell eröffnet.“ Heute zählt man knapp 4.000 Exponate darin. Besonders stolz ist der rüstige Pensionist und Obmann auch darauf, dass die Ausstellungsstücke sowohl in deutscher als auch in ungarischer Sprache beschriftet sind. „Früher hat man immer gesagt: ‚So viele Sprachen, wie ma redet, so vü Mensch is ma.‘“

Lieblingsstücke und Besucher aus aller Welt

Ernst Szabos Herzstück im Heimathaus ist ein von ihm selbst gefertigtes Kummet, das er zu seiner Meisterprüfung als Sattler im Jahre 1964 herstellen musste. „Das wurde bei Pferden statt dem Brustgurt verwendet, mit dem gepolsterten Kummet konnten sie schwerere Lasten ziehen, ohne sich wund zu reiben.“

Weiter geht die Führung in die selbst ernannte „Schatzkammer“, ein Raum, in dem sich an jeder Wand Regale voll altem Geschirr und Tongefäßen finden. „Natürlich müssen die regelmäßig entstaubt werden, das dauert schon seine Zeit“, lacht er. Ein Museum sei eben viel Arbeit. „Umso schöner, wenn sich Leute dafür begeistern können.“

Breites Publikum im Heimathaus

Unter den Besuchern finden sich viele Schulklassen, aber auch Leute aus Ungarn, Rumänien, Amerika, „und sogar Australier waren schon zu Besuch bei uns“, so Szabo stolz, der sich wie jedes Jahr ganz besonders auf den 26. Oktober freut: „Da haben wir immer Tag der offenen Tür.“ Und am Ende eines Besuches im Unterwarter Heimathaus, da weiß man gar nicht, was man toller fand: Die tausenden Exponate im Haus oder Herrn Szabo, in dessen freundlichen Augen man all die Geschichten dazu lesen kann.