BIO Brennstoff präsentiert Pläne für Biomassekraftwerk. Heute Donnerstagvormittag präsentierte die BIO Brennstoff GmbH ihre Pläne für das Biomassekraftwerk Oberwart. Derzeit läuft das Ansuchen für den Probebetrieb, der Ausgang ist ungewiss.

Von Michael Pekovics. Erstellt am 19. April 2018 (11:37)
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Die neuen Eigentümerin des Oberwarter Biomassekraftwerks, die BIO Brennstoff GmbH, stellte heute vormittag ihre Pläne für das per 1. Jänner gekaufte Biomassekraftwerk Oberwart vor. Geschäftsführer Eberhard Reil, Anwalt Christian Onz und Karl Kienzl, stellvertretender Geschäftsführer des Umweltbundesamts stellten sich den Fragen der Journalisten.

"Wir haben zu Beginn des Verfahrens gesagt, dass wir die Öffentlichkeit zum passenden Zeitpunkt informieren werden - und diesem Versprechen kommen wir heute nach." Das sagte BIO Brennstoff-Geschäftsführer Eberhard Reil am Montag Vormittag im Biomassekraftwerk Oberwart. Dabei kündigte er auch eine Informationsveranstaltung für die Bürger an, diese findet kommenden Dienstag (18.30 Uhr) im Messezentrum statt. Als Gesprächspartner steht neben Reil auch Wolfgang Stanek, Experte für Umweltanalytik, zur Verfügung.

"Wollen Meilenstein in der Kreislaufwirtschaft setzen"

Bei der Übernahme des Biomassekraftwerks zu Beginn des Jahres wurde ein Ansuchen auf Probebetrieb gestellt, dieses Ansuchen wird derzeit von der Bezirkshauptmannschaft Oberwart bearbeitet - sechs Monate sind dafür Zeit. 

"Die BIO Brennstoff GmbH hat das Biomassekraftwerk übernommen, weil wir eine Vision haben und neue Aspekte in der Kreislaufwirtschaft setzen wollen", sagte Reil, dafür sei die Anlage in Oberwart perfekt geeignet. Um den Probebetrieb starten zu können, seien einige Auflagen zu erfüllen, daran werde gerade gearbeitet, sagt Reil. "Wir rüsten die Anlage nach, einige 100.000 Euro werden investiert, die Emissionen dadurch deutlich gesenkt. Am Ende des Tages wollen wir einen Meilenstein in der Kreislaufwirtschaft setzen."

Wenn der Probebetrieb genehmigt ist, soll das Werk zuerst mit Hackschnitzel hochgefahren werden, in weiterer Folge ist dann der Einsatz von "qualitätsgesicherten Ersatzbrennstoffen" geplant. Dabei handelt es sich laut Reil zum Großteil um Abfälle aus der Papierindustrie, darin enthaltene Plastikteile sollen vorab von spezialisierten Abfallbetrieben entfernt werden. 

"Wir setzen auf Transparenz"

Begleitet wird das Genehmigungsverfahren einerseits vom ehemaligen Umweltanwalt des Landes, Hermann Frühstück, sowie vom Umweltbundesamts. "Wir agieren transparent und überparteilich und entwickeln Empfehlungen, um das Verfahren zu optimieren. Und natürlich wird es von unserer Seite auch einen Abschlussbericht geben, der öffentlich gemacht wird", sagte dazu der stellvertretende Geschäftsführer des Umweltbundesamts, Karl Kienzl.

"Wir setzen auf Transparenz", betonte Reil und präsentierte bei der Pressekonferenz auch ein Statement von Greenpeace. Das NGO steht dem Projekt in einer ersten Stellungnahme positiv gegenüber, Umwelttechniker Herwig Schuster meinte in einer ersten Einschätzung, dass "keine grundlegenden ökologischen Bedenken vorliegen. Greenpeace steht dieser Vorgehensweise der Projektabwicklung positiv gegenüber".

Nach Probebetrieb könnten 35 Jobs entstehen

Nach dem Versuchsbetrieb ist in einer weiteren Ausbaustufe geplant, das gewonnene Gas für die Produktion eines schnell bindenden Baustoffs zu nutzen. Das europaweite Patentverfahren läuft in diesem Fall noch, bei einer Live-Präsentation wurde gezeigt, dass dieses Bindemittel Baustoffe innerhalb weniger Minuten aushärten kann - damit trocknen etwa Estriche innerhalb von 24 Stunden.

"Damit wird diese High Tech-Anlage einzigartig in Europa", sagt Reil und verweist auf mögliche Investitionen von bis zu 30 Millionen Euro, dadurch könnten rund 35 Arbeitsplätze in Oberwart entstehen.