Duelle um die Ortschefs werden hart. Die nächsten dreieinhalb Wochen stehen in zahlreichen Gemeinden des Bezirks ganz im Zeichen des Wahlkampfs. In einige Ortschaften wird es dabei heiß hergehen.

Von Michael Pekovics. Erstellt am 07. September 2017 (09:10)
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Spannend wird es am 1. Oktober in allen 28 Gemeinden des Bezirks, denn eine Bürgermeisterwahl ist schließlich keine „g´mahte Wies´n“ – nicht einmal dann, wenn Bürgermeister schon länger im Amt sind. „Beim Bürgermeister geht es extrem um die Persönlichkeit der einzelnen Kandidaten, da kann viel passieren, mit dem man im Vorfeld nicht gerechnet hat“, meint etwa ÖVP-Regionalmanager Stefan Zlatarits. Deshalb rechnet er eben so wenig wie sein SPÖ-Pendant, Bezirksgeschäftsführer Jürgen Zimara, damit, dass es zu Überraschungen kommen wird.


Duell zwischen fünf Kandidaten in der Stadt

Einige Gemeinden stehen dennoch mehr im Mittelpunkt des Interesses als andere, wie zum Beispiel Oberwart. In der Bezirkshauptstadt erwartet sich zwar kaum jemand, dass Georg Rosner (ÖVP) die Bürgermeisterwahl verlieren wird, von einer Stichwahl gehen trotzdem alle Beobachter aus. Denn neben Rosner kämpfen mit Dietmar Misik (SPÖ), Ilse Benkö (FPÖ), Maria Racz (Grüne) und Michael Neiser (Liste Neiser) gleich vier weitere Kandidaten um den Stadtchef-Sessel – 50 Prozent und eine Stimme im ersten Wahlgang wären wohl eine Sensation.

„Wir rechnen uns große Chancen aus“

Weitaus spannender dürfte es da schon in Bad Tatzmannsdorf zugehen, denn dort treffen mit SPÖ-Herausforderer Gert Polster, ÖVP-Quereinsteigerin Barbara Baldasti, Dietrich Wertz (unabhängiger Kandidat der FPÖ) und Petra Simon (Liste Jetzt) einige interessante Persönlichkeiten aufeinander. Für Zimara stehen die Chancen gut, dass Bad Tatzmannsdorf nach drei Perioden mit ÖVP-Ortschefs wieder „rot“ werden könnte: „Wir rechnen uns große Chancen aus.“

So wie in Bad Tatzmannsdorf verfügt auch die Bürgermeisterpartei SPÖ in Markt Neuhodis über keine Mehrheit im Gemeinderat. Außerdem hat Ortschef Johann Wallner wenige Monate vor der Wahl nach einem innerparteilichen Streit beschlossen, nicht mehr anzutreten. Jetzt stehen sich der Quereinsteiger Klaus Glavanics (SPÖ) und Langzeit-Vize Joachim Radics (ÖVP) gegenüber – und mit Stefan Szmolian gibt es auch noch einen FPÖ-Kandidaten.

Auch in Oberdorf, der nächsten Gemeinden mit „Bürgermeister ohne Mehrheit“ im Gemeinderat, stellen sich diesmal drei Personen zur Wahl: Wolfgang Brunner für die ÖVP, Kurt Halper für die SPÖ und Josef Engelmayer für die FPÖ. Halper hat schon angekündigt, dass er sich Chancen auf einen Sieg ausrechnet, denn bei der letzten Wahl zum Bürgermeister betrug der Rückstand von Johann Szimits (SPÖ) auf ÖVP-Ortschef Josef Lorenz nur sieben Stimmen – und der Bürgermeister tritt nicht mehr an.

Spannung in Wiesfleck

Eine weitere Gemeinde, die einen spannenden Wahltag verspricht, ist Wiesfleck. Dort betrug der Unterschied zwischen ÖVP und SPÖ im Jahr 2012 letztlich nur 39 Stimmen, von den damaligen Kandidaten tritt keiner an. Dafür gibt es mit Ilse Jägerbauer aber eine FPÖ-Kandidatin, die sicher die eine oder andere Stimme holen wird. Der Wahlkampf hat jedenfalls schon voll begonnen, in einer Aussendung kritisierte die SPÖ, dass Amtsleiterin Tina Krutzler die Schwester von ÖVP-Kandidat Christoph Krutzler sei und deshalb künftig ein „Familienbetrieb“ zu erwarten sei.


Parteimanager hoffen auf Zugewinne

Im Gespräch mit der BVZ sind sich sowohl Zlatarits als auch Zimara sicher, dass es bei der Wahl dennoch einige Überraschungen geben wird, mit denen im Vorfeld noch niemand gerechnet hat. „Das war noch bei jeder Wahl so – aber hoffentlich ist es eine gute Überraschung. Für uns“, sagt Zlatarits.

Und wo rechnen sich die Parteimanager Chancen auf Zugewinne im Gemeinderat aus? „In Markt Neuhodis hoffe ich, dass wir die absolute Mehrheit im Gemeinderat zurückholen, in Schachendorf sollten wir auf alle Fälle Boden gut machen können“, sagt Zimara. Für Zlatarits liegt es wiederum im Bereich des Möglichen, dass „wir den zweiten Vizebürgermeister in Schlaining zurückerobern können“. Interessant dürfte der Wahlkampf auch in seiner Heimatgemeinde Großpetersdorf werden, wo sich die ÖVP Hoffnungen macht, die absolute Mehrheit der SPÖ im Gemeinderat zu brechen.