Burg Schlaining als Burg der Sensationen

Im Zuge der Sanierung der Burg Schlaining hat man einige Geheimnisse entdeckt. Darunter eine Wandfarbe, wie es sie nur mehr zwei Mal in Europa gibt.

Erstellt am 29. Mai 2021 | 05:26
Wahrzeichen - Burg Schlaining als Burg der Sensationen
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil nutzte gemeinsam mit LIB-Geschäftsführer Gerald Goger und dem KBB-Verantwortlichen Norbert Darabos sowie Landesrat Leonhard Schneemann die Gelegenheit zur Besichtigung der zurzeit noch leer stehenden Räumlichkeiten auf der Burg Schlaining....
Foto: Lexi

Wussten Sie, dass „Ägyptisch Blau“ eines der ältesten künstlich hergestellten Farbpigmente ist. Es ziert beispielsweise die Krone der weltberühmten Büste der Nofretete und ist in Europa bei Wandmalereien nur vereinzelt aufzufinden – etwa in Rom oder einem Schweizer Kloster. Aber auch in Fresken der Burg Schlaining. Diesen historisch bedeutsamen Fund hat man im Zuge der Burg-Sanierung gemacht, deren erste Phase nach eineinhalb Jahren Bauzeit abgeschlossen ist.

Aber da gibt es noch mehr: Im großen und kleinen Engelsaal wurde der bestehende Holzfußboden abgetragen und der darunter liegende historische Fußboden frei gelegt. Mit größter Sorgfalt legten Restauratoren dunkle Holzbänderungen in Eiche frei. Sie umschließen eingebettete Holzfelder aus Nadelholz. Diese Struktur ist etwa im 17. Jahrhundert beziehungsweise 18. Jahrhundert entstanden.

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Nach gründlichen Untersuchungen der malermäßigen Wandschichten, konnte hier fragmentarisch die ursprüngliche Wandmalerei frei gelegt werden. Sie bildete den Ausgangspunkt für die heute sichtbare Wandbemalung. Beide Engelssäle üben ein stimmiges Bild aus einer Epoche, die rund 250 Jahre zurückliegt.

Ein weiterer Fund betrifft das historische Stiegenhaus – ausgeführt in Form einer Wendeltreppe – das zur Hälfte übriggeblieben ist und abgemauert wurde, während die zweite ergänzende Hälfte abgebrochen wurde. Dieser historische Teil konnte räumlich in das geplante neue Sicherheitsstiegenhaus mitberücksichtigt und einbezogen werden.

Die Fassaden der Innenhöfe konnten frei gelegt und im Sinne des historischen Bildes saniert werden. So erkennt man an der Südfassade die ursprüngliche Fensterstruktur, die auf die bauliche Veränderungsgeschichte der Burg hinweist.

Sämtliche Sanierungsarbeiten wurden in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt ausgeführt. Die Ausstellungsräumlichkeiten sind nun bereits vollständig saniert und behutsam modernisiert. In den Außenanlagen, in den Seminar- und Gastronomiebereichen, dem Granarium sowie im Weinkeller wird noch gearbeitet. Auch das gastronomische Konzept steht: Über Vorbereitungsküchen wird der Festsaal Granarium, das Burgstüberl, der Rittersaal und die Kaffeeveranda gastronomisch versorgt. Der große Burghof wird als Schanigarten benützt.