Weinlese heuer so früh wie noch nie. Frühe Rebblüte nach kaltem Winter und extrem warme Temperaturen im Mai sind der Grund dafür, warum die Winzer heuer bereits Mitte August zum Lesen ausrücken.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 22. August 2018 (05:06)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Symbolbild
shutterstock.com/ Peeraphat

Die heurige Weinlese wird zwei bis drei Wochen früher beginnen als üblich. Grund dafür sind die Witterungsbedingungen seit dem Frühjahr – wegen des normal kalten Winters begannen die Reben früher zu blühen und das sehr warme Wetter im Mai begünstigte das Wachstum.

„Ich persönlich habe noch nie so früh mit dem Lesen begonnen, wir werden bereits in dieser Woche mit den ersten Sorten beginnen, Ende August beginnt dann die Hauptlese“, erzählt Markus Faulhammer vom Weingut Schützenhof in Deutsch Schützen. „Diese Entwicklung hat schon vor einigen Jahren begonnen, aber so früh wie heuer waren wir noch nie dran.“ Das gelte aber nur für den Eisenberg, in den Weinbergen von Deutsch Schützen hätten Hagelunwetter den Reifeprozess etwas verzögert, merkt Faulhammer an.

Gute Qualität, aber weniger als erwartet

Was die Qualität der Trauben angeht, ist Faulhammer ebenso wie der burgenländische Weinbaupräsident Andreas Liegenfeld optimistisch gestimmt. „So früh wie heuer hat die Traubenreife noch nie eingesetzt. Dies ermöglicht uns, den Lesezeitpunkt optimal wählen zu können. Hinsichtlich der Menge liegen wir heuer zwar über dem Durchschnitt, die erwarteten Übermengen gibt es aber nicht.

Hoffen wir, dass keine Schlechtwetterereignisse eintreten und zumindest die nun nach unten korrigierte Ernteerwartung gehalten werden kann“, so Liegenfeld. Genau Prognosen werden übrigens im Lauf der Woche bei der traditionellen Pressekonferenz zur Weinernte in den Räumen der Hagelversicherung veröffentlicht.

Während die nordburgenländischen Weinbauern über die sinkenden Traubenpreise – 30 bis 40 Cent pro Kilo werden derzeit gezahlt – jammern und Landwirtschaftskammer-Präsident Niki Berlakovich sogar von einer „Gefährdung der Betriebe“ spricht, ist die Situation im Süden laut Faulhammer anders: „Uns als Bio-Betrieb betrifft das ohnehin weniger, außerdem produzieren wir ja auch viel weniger Masse als im Norden, dort dürften zudem die Keller relativ voll sein.

Am Rotweinsektor ist die Lage zwar etwas angespannt, aber die Winzer in der Region Eisenberg jammern nicht. Das hat aber auch damit zu tun, dass wir ein relativ kleines Weinbaugebiet sind und mehr auf Qualität setzen – was uns wiederum mehr internationale Aufmerksamkeit beschert.“