Sabine König: „Berge musste ich erst suchen“. Die gebürtige Vorarlbergerin ist in Winden am See heimisch geworden. Die Fotokünstlerin arbeitete mit Sportgrößen wie Hermann Maier oder Thomas Muster.

Von Birgit Böhm-Ritter. Erstellt am 17. Mai 2020 (06:49)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr

„Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, einem Berggorilla Aug‘ in Aug‘ gegenüberzutreten und sich in seinen Augen wiederzuerkennen.“ An dieses Erlebnis in Ruanda erinnert sich Fotografin Sabine König immer wieder zurück. Es ist eines von vielen, das die Wahl-Burgenländerin zu erzählen hat. Neben Gorillas hatte sie schließlich auch schon Geparden, Elefanten oder Walhaie vor der Linse.

Die Natur war für die gebürtige Vorarlbergerin schon als Kind ein Erlebnisraum - und das ist so geblieben. Ihre kindliche Neugier und ihren Entdeckerdrang hat sich die Fotokünstlerin beibehalten. Gemeinsam mit ihrem Mann – Segelolympiasieger Roman Hagara – bereist sie die Welt. Fotografiert habe sie schon auf allen Kontinenten dieser Erde, sagt sie.

Einen Namen über die Landesgrenzen hinaus hat sich die leidenschaftliche Naturfotografin aber mit einem ganz anderen Projekt gemacht. Im Rahmen ihrer Milleniums Edition fotografierte sie um die Jahrtausendwende bekannte Sportgrößen, darunter Hermann Maier, Thomas Muster, Franz Klammer und Toni Polster. Speziell in Erinnerung geblieben ist ihr das Fotoshooting mit Formel 1 – Legende Niki Lauda. „Er hat dem Fotoshooting nur zugesagt, weil ich ihm von einem seiner besten Freunde empfohlen wurde, und das auch nur für satte zehn Minuten“, lacht König.

Mit Niki Lauda beim Fotoshooting

Aus zehn Minuten wurde schließlich eine ganze Stunde. Königs vorbereitete Kulisse dürfte Niki Lauda beeindruckt haben: „Die Fotolocation war der Flughafen Schwechat, die Kulisse das Rollfeld mit diversen Flugzeugen im Hintergrund. Rauch und spektakuläre Perspektiven gaben dem Shooting eine dramatische Note. Ich hatte tolle Bilder im Kasten und das Ergebnis muss ihm sehr gefallen haben, denn als Special Guest bei der Präsentation der Sportler Milleniums Edition hat Niki Lauda das Bild in höchsten Tönen gelobt“, erinnert sich König.

Seit 14 Jahren wohnt sie mit Roman Hagara in Winden am See. „Wir dürfen hier wohnen, in einem Gebiet, wo andere Urlaub machen. Das wissen wir auch zu schätzen.“ Die Berge Vorarlbergs vermisst sie aber schon. „Hier musste ich erst mal die ‚Berge‘ suchen, die da heißen Leithagebirge oder Geschriebenstein“, schmunzelt König.

Das Burgenland ist jedoch das Bindeglied zwischen der Vorarlbergerin und dem Wiener. Denn hier haben sich König und Hagara kennengelernt und hier leben und lieben sie das Landleben und arbeiten aktiv an der Erhaltung dieses Naturraumes. Sabine König ist Obfrau des Vereins „Initiative Welterbe Fertö – Neusiedler See“. König sieht es als besondere Herausforderung, die Dringlichkeit der Themen Natur und Umweltschutz und die Grundsätze eines Welterbegebietes tiefer ins Bewusstsein der Menschen zu bringen. Der Naturschutz hat sie und ihre Familie von klein auf begleitet: „Ganz nach dem Motto von Benjamin Walter: ‚Sei bestenfalls ein Gewinn für die Umwelt und die Natur und überlasse sie deinen Kindern und Kindeskindern nicht in schlechterem Zustand, als du sie betreten hast‘.“

Die Region um den Neusiedler See ist für die Fotografin vor allem wegen ihrer „unglaublichen Vogelvielfalt“ immer wieder ein Anziehungspunkt. „Ob balzende Smaragdeidechsen oder der Anflug eines Storches im Sonnenaufgang. Es ist einfach wunderbar, dies alles beginnt vor der eigenen Haustür“, schwärmt König und doch zieht es sie in die Ferne zu ihren absoluten Lieblingen: „Ich freue mich schon auf ‚meine‘ Geparden, die ich bereits sehr vermisse, da wir ja derzeit nicht ins Ausland reisen können.“