„Zipfelwärmer“ und mehr: Die Strickliesel vom Eisenberg. Elvira Rhomberg kann die Finger nicht von den Nadeln lassen. Eisenbergs Handarbeitskönigin „umgarnt“ wirklich alles. Vom Blumenkisterl bis zum besten Stück.

Von Vanessa Bruckner. Erstellt am 14. April 2018 (05:14)
BVZ, Vanessa
Unikat. Elvira Rhomberg ist einzigartig, wie jedes von ihr gefertigte Stück.

Ungläubig steht man da und starrt auf einen Wäscheständer. Konkret auf die Wiese darunter, denn dort liegen kleine, quadratische Fleckerl, gefertigt aus Wolle. „Damit ich mir die Schuhe nicht schmutzig mache beim Wäscheaufhängen“, erklärt Elvira Rhomberg augenzwinkernd und beginnt dann schallend zu lachen.

„Was soll ich machen? Sobald ich ein Stück Wolle in die Finger bekomme, verarbeite ich es“, gesteht die gebürtige Vorarlbergerin, die seit 2004 ihren Lebensmittelpunkt auf den Eisenberg verlegt hat. Der Hausberg ist zwar kleiner geworden, die Berge an Wolle allerdings nicht. „Meine Handarbeitslehrerin in der Schule war fantastisch. Sie hat mir die Liebe zur Handarbeit mitgegeben“, berichtet Rhomberg, die nach der Schule auch prompt einen Beruf in einer Stickerei ergriff.

Es folgte eine berufliche Karriere als Busfahrerin in ihrer Heimat Dornbirn. „Derweil ich auf Fahrgäste warten musste, hab ich natürlich auch gestrickt oder gehäkelt“, verrät Elvira schmunzelnd. Socken strickt sie nach wie vor am liebsten, gefolgt von Teddybären, Sitzpölster, Mützen und ihren bereits berühmt berüchtigten „Zipfelwärmer“.

Bruckner
Lachgarant. Elviras „Zipfelwärmer“ für das beste Stück des Mannes sind am Eisenberg mittlerweile berühmt. Wer überflüssige Wolle zuhause loswerden möchte, meldet sich bitte bei Frau Rhomberg unter der Nummer 0664 5172457

„Damit den Herren ihr bestes Stück nicht abfriert“, erklärt die Wahlburgenländerin lachend. Die Zipfelwärmer gibt es übrigens auch mit Name des künftigen Trägers eingestickt. „Als Geschenk sind sie stets ein Lachgarant.“

„Damit den Herren ihr bestes Stück nicht abfriert“

Elvira Rhomberg liebt es während der Handarbeit zu singen und sagt: „Handarbeit macht reich an Zeit und das Gefühl, wenn du ein fertiges Teil in den Händen hältst, das du selbst geschaffen hast, ist unbezahlbar.“ Rund 50 Kilo Wolle verarbeitet die sympathische Dame pro Jahr. Ideen und Anregungen für neue Stücke findet sie überall. Ihr aufwendigstes Projekt? „Das Taufkleid meines Enkels zu häkeln. Das hat zwei Wochen in Anspruch genommen.“

Auch die Blumenkisterl vorm Haus wurden bereits umgarnt. „Handarbeit ist mein Leben“, so Elvira Rhomberg. Und damit ihr auch die nächsten Jahre der Faden nicht verloren oder das Garn ausgeht, bittet die Eisenbergerin: „Falls jemand Wolle zuhause hat, die er nicht mehr braucht, würde ich mich sehr darüber freuen. Eine gute Tasse Kaffee dafür gibt es selbstverständlich auch. Selbstgemacht!“