Trainer in Warteschleife. Kurz vor der Corona-Unterbrechung im Herbst übernahmen Christian Meitz in Steinbrunn und Bernhard Rainprecht in Zurndorf ihre neuen Vereine – noch ohne Training.

Von Lukas Leier. Erstellt am 24. April 2021 (02:23)
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Seit Dezember heißt der Coach des ASV Steinbrunn Christian Meitz. Bald fünf Monate später durfte er immer noch nicht seine erste Trainingseinheit bei seinem neuen Verein absolvieren. Zumindest neben dem Platz durfte er bereits einige Spieler kennenlernen, wie er erzählte: „In den Zeiten zwischen den Lockdowns haben wir uns immer wieder mit einzelnen Spielern getroffen. Hier haben wir uns auch besonders auf die Neuzugänge, von denen wir ja im Winter sechs hatten, konzentriert und viele gute Gespräche geführt. Natürlich ist es aber nicht das Gleiche wie gemeinsam auf dem Platz zu stehen und zusammen auch Spaß zu haben. Das Gemeinschaftsgefühl ist das, was am meisten fehlt.“

Doch auch die wahre Trainerarbeit kam nicht ganz zu kurz, Meitz erstellte ein spezielles Trainingsprogramm, das den Spielern zusagte: „Es gab ein gutes Feedback auf das Heimtraining, ich habe auch gesehen, dass die Spieler eine hohe Eigenverantwortung haben. Es gibt wahrscheinlich in Zeiten wie diesen nichts Schlimmeres als sich nicht zu bewegen und man kann ja sowieso nicht wirklich was anderes unternehmen“, so Meitz.

Ich habe bereits mit dem Obmann telefoniert und ihm meinen Rücktritt wegen Erfolgslosigkeit angeboten.“ Zurndorfs Neo-Coach Bernhard Rainprecht scherzhaft

Bei der Frage um die Zukunft, hat der Neo-Steinbrunn-Betreuer vor allem eine Sorge: die Motivation nach einer derart langen fußballfreien Zeit. „Es werden sich sicher im ganzen Land viele Spieler, aber auch Funktionäre und Trainer, die Frage stellen: „Geht es nicht auch ohne Fußball? Man hat plötzlich Zeit für die Partnerin, den Beruf und so weiter, da befürchte ich, dass es zu vielen Karriereenden oder -pausen kommt. Diese Gefahr sehe ich auch durch alle Altersgruppen vorhanden, man hört beispielsweise, dass im Nachwuchsbereich ganze Jahrgänge wegbrechen könnten“, machen Christian Meitz die vergangenen Monate schon nachdenklich.

Auch in Zurndorf wartet man auf Startschuss

Knapp 60 Kilometer weiter nordöstlich spielt sich eine ähnliche Situation ab. Im November des Vorjahres trennte sich der ASV Zurndorf vom ehemaligen ungarischen Nationalteamspieler Peter Hannich- Nachfolger auf der Trainerbank wurde Bernhard Rainprecht, der bereits beruflich in Zurndorf tätig ist und nun auch einen Teil seiner Freizeit hier verbringen wird. Wie auch Meitz, kennt er die Mannschaft nur neben dem Platz und konnte sich bisher noch nicht von den fußballerischen Fähigkeiten seines neuen Teams überzeugen lassen.

Zumindest der Humor ist bei ihm noch nicht abhandenkommen: „Ich habe bereits mit dem Obmann telefoniert und ihm meinen Rücktritt wegen Erfolglosigkeit angeboten“, so Rainprecht scherzhaft.

Ähnlich wie es bei Steinbrunn der Fall war, setzten die Zurndorfer zunächst auf ein eigens zugeschnittenes Heimtraining, mittlerweile ist das nur mehr bedingt der Fall: „Es fühlt sich einfach nach einem halben Jahr ohne Meisterschaft komisch an und ich denke, dass keiner von uns mehr rechnet, dass wir vor dem Sommer noch mal spielen.“ Sollte es überraschenderweise dazu kommen, wären Rainprecht und sein Team allerdings bereit schnell zu reagieren. Grundsätzlich beschäftigt sich der Neo-Zurndorf-Coach aber bereits mit der neuen Saison: „In dieser Zeit kann man ohnehin wenig fix planen, ich arbeite dennoch bereits an der Vorbereitung für die neue Meisterschaft. Ich bin bereits am Gestalten der Trainingspläne für eine gute Trainingssteuerung und auch einige Vorbereitungsspiele wurden bereits ausgemacht. Zeitlich hoffe ich, dass wir spätestens Mitte Juni damit starten können.“