Stürmer Tadic klagt Ex-Verein. Nikola Tadic trug in der Hinrunde das Trausdorf-Trikot, kickt jetzt in Weissenbach. Über die Spielergewerkschaft VdF will er nun zu seinem fehlenden Geld kommen.

Von Martin Plattensteiner und Bernhard Fenz. Erstellt am 11. März 2020 (02:23)
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Dass Fußballer (auch im Amateurbereich) zugesicherte fehlende Prämien einklagen, kommt eher selten vor. Tatsache ist, dass sich Liga-Schlusslicht Trausdorf nun gerichtlich mit den Forderungen von Nikola Tadic auseinandersetzen muss – der BVZ liegen sowohl der Arbeitsvertrag als auch die Klageschrift vor.

Der Stürmer erzielte im Herbst ein Tor in zwölf Spielen und wechselte im Winter in die 1. Klasse Süd/NÖ zum dortigen Schlusslicht Weissenbach. Nun will er erhalten, was ihm zugesichert wurde. Die ausstehende Summe setzt sich aus vertraglich zugesicherten Aufwandsentschädigungen sowie Benzingutscheinen zusammen. „Seit September 2019 habe ich kein Geld vom Verein gesehen“, erklärt Tadic. „Ich wurde von den Funktionären ständig vertröstet. Von den leeren Versprechungen habe ich bis heute nichts.“

Tadic wandte sich an die Spielergewerkschaft VdF (Vereinigung der Fußballer), deren Chefjurist Rudolf Novotny meint: „Wir haben 900 Mitglieder, die kommen zu uns und wollen Schutz. Da werden wir immer wieder zu Hilfe gerufen, wenn Dienstverhältnisse nicht eingehalten werden. Ich bin dann der Mediator und versuche den Klubs, wenn es zu keiner Einigung kommt, auch zu erklären: Es wird nur teurer.“

„In gewisser Weise ist das auch ein Sittenbild“

Dass es im Fall Tadic überhaupt soweit gekommen ist, kann Novotny nicht nachvollziehen. „Man hätte das auch anders lösen können, in gewisser Weise ist es aber auch ein Sittenbild des sogenannten Amateurfußballs. Das ist schade, denn es gibt ja auch die, die alles dafür tun, um einen schönen Fußballplatz zu haben und die Kinder zum Verein zu lotsen.“

Der Fußball-Gewerkschafter regt auch an, dass künftig generell noch mehr von außen auf den Betrieb in den Vereinen geachtet wird. „Mich stört, dass dann durch das kollektive Wegschauen auch letztlich Wettbewerbsverzerrung betrieben wird. Wenn sich ein Klub eine teure Truppe finanziert und sich das dann irgendwann nicht mehr leisten kann, werden dadurch auch andere in Mitleidenschaft gezogen, die gut arbeiten. Hier wäre etwa der Verband als Ordnungsorgan gefordert. Es stellt sich auch die Frage, wie man vorgehen könnte, um Sanktionen zu setzen.“

Diese Kritik kann wiederum BFV-Präsident Gerhard Milletich nicht nachvollziehen. „Es mag vielleicht ein Wunschdenken der Spielergewerkschaft sein, das ist aber nicht unsere Aufgabe. Wie sollen wir als Verband wissen, was vereinbart worden ist?“ Trausdorf-Obmann Günter Guszics ist von Tadics Verhalten enttäuscht. „Ich kann das Geld nicht herbeizaubern, Fakt“, so der Vereinsboss. „Bei uns hat jeder immer noch sein Geld bekommen, manchmal eben später. Es gibt einige Ex-Spieler, die viel besser waren und warten konnten, bis wir wieder Geld zur Verfügung haben. Über den Winter gibt es leider keine Einnahmen.“ Guszics wäre immer noch bereit, die Angelegenheit mit Tadic selber zu klären. Das dürfte nicht mehr möglich sein, wie der Kicker klarstellte: „Jetzt hoffe ich auf die Gewerkschaft.“