Trimmel kickte sich zurück an der Spitze. Die Osliperin Nicole Trimmel wurde ihrer Rolle als Top-Favoritin gerecht und holte sich den Titel im Vollkontakt.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 30. November 2016 (03:01)
BVZ, zVg
Vollkontakt. Nicole Trimmel holte sich ihren fünften EM-Titel.

Die 19-fache Staatsmeisterin hat in ihrem Leben schon alles gewonnen — nun hat die Osliperin ihrer Sammlung einen fünften EM-Titel hinzugefügt (BVZ.at hatte berichtet, siehe unten). Vergangene Woche stieg das burgenländische Kickbox-Aushängeschild erstmals im griechischen Loutrakis in den Ring.

Gleich bei ihrem ersten Fight bewies Trimmel, dass sie wieder zurück an die Spitze will. Ihr polnisches Gegenüber fertigte sie mit 3:0 ab. Im Halbfinale wartete die Dänin Katalin Konya, gegen die sie erst in der dritten Runde auf Touren kam. Mit dem Sieg war die Osliperin bereits im Finale.

Langer Weg zurück nach der Verletzung

Nachdem sie die zwei kraftraubenden Kämpfe gewonnen hatte, wartete im Finale eine „alte Bekannte“, die Russin Ksenia Miroshnichenko, mit der sie sich seit 2011 schon mehrere heiße Finalkämpfe geliefert hat. „Mitte der dritten Runde war ich noch immer hinten“, erinnert sich Trimmel an den Fight.

Mit einem explosiven Finish meldete sich die 34-Jährige zurück und schaltete „den Burgenland Turbo“ ein — mit Erfolg. Nach einer Trefferserie gegen den Kopf der Russin drehte die Osliperin den Fight noch und meldete sich als beste Kickboxerin Europas zurück.

Bei ihrem letzten Antritt bei einer Europameisterschaft 2014 holte sie ebenfalls Gold, im Vorjahr wurde sie wegen ihrer Knieverletzung zurückgeworfen. Beim Irish Open zog sie sich damals einen Riss des vorderen Kreuzbandes und einen erneuten Riss des Meniskus zu. Damit begann der lange Weg zurück — heute steht sie wieder da, wo sie aufgehört hat: an der Spitze.