Dominik Horvath: Ein angehender Großmeister

Erstellt am 19. Dezember 2021 | 02:02
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Bei den Team-Europameisterschaften im slowenischen Terme Catez war der Eisenstädter Dominik Horvath der beste Spieler aus Österreich und durfte sich dann gleich über eine neue Herausforderung in Deutschland freuen.
Foto: BVZ
Dominik Horvath sammelt zunehmend Erfahrungen auf internationalem Parkett und kommt seinem Ziel immer näher.
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Die Freude war groß, als Dominik Horvath erfuhr, dass er Österreich im November bei der Team-EM im slowenischen Terme Catez vertreten wird. In der Allgemeinen Klasse war es für ihn die erste Einberufung in den Kader, das ihm entgegengebrachte Vertrauen rechtfertigte er mit einer starken Leistung. Mit drei Siegen und drei Remis aus sechs Spielen blieb er während des gesamten Turniers ungeschlagen und war in Slowenien Österreichs bester Spieler.

Die Heimreise trat er mit einer breiten Brust und der Erkenntnis an, sich auf internationalem Niveau nicht verstecken zu müssen. Das Nachwuchs-Ass hofft, sich mit seiner Performance auch bei den kommenden Turnieren für einen Platz im österreichischen Team empfohlen zu haben. Besonders attraktiv wäre aus seiner Sicht die Teilnahme an der Schacholympiade, dem bedeutendsten Mannschaftsbewerb in seiner Sportart, der 2022 in Moskau stattfinden wird. Es wäre nicht der einzige große Prüfstein, der im neuen Jahr auf Horvath warten würde, denn der 18-Jährige besucht aktuell die Maturaklasse des Gymnasiums der Diözese und ist somit auch fernab des Sports voll eingespannt.

Weltklasse-Schach in Deutschland

Damit nicht genug, beginnt für den Eisenstädter zum Jahreswechsel eine neue Herausforderung. In der kommenden Saison wird er für den Münchener Schachclub 1836 in der Deutschen Schachbundesliga spielen, eine der Top-Spielklassen der Welt: „Das bedeutet mir sehr viel. Der Verein ist nach meiner Leistung bei der Europameisterschaft auf mich zugegangen. Es macht immer einen Unterschied, ob ein Klub von alleine auf einen Spieler aufmerksam wird, oder der Spieler beim Verein anfragt“, berichtet Horvath stolz. Wenn die Pandemie nicht dazwischengrätscht, startet sein Deutschland-Abenteuer Mitte Jänner.

 Das bedeutet mir sehr viel. Der Verein ist nach meiner Leistung bei der EM auf mich zugegangen.“ Dominik Horvath, Schüler in Eisenstadt

 Mit dem Aufsteiger aus München möchte er um den Klassenerhalt kämpfen, Reisen in Millionenstädte wie Hamburg oder Berlin stehen auf dem Programm. Acht Bretter werden in der Deutschen Bundesliga gespielt. Horvath erhofft sich, möglichst weit vorne gereiht zu sein, um sich gegen die stärksten Gegner profilieren zu können. Seinem aktuellen Verein, dem österreichischen Bundesligisten SV Pamhagen, bleibt Horvath übrigens erhalten, da sich die Termine in Österreich und Deutschland nicht überschneiden.

Erstes Etappenziel bereits erreicht

Ein weiterer Meilenstein, den Österreichs jüngster Internationaler Meister aller Zeiten im kommenden Jahr erreichen könnte, ist der Großmeistertitel: „In meiner Schachkarriere gibt es für mich aktuell nichts Wichtigeres, als diesen Titel. Eigentlich wollte ich die Normen dafür noch als Jugendspieler schaffen, aber die Corona-Pandemie hat leider die Teilnahme an wichtigen internationalen Turnieren im Ausland verhindert.“ Eine der angesprochenen drei Normen, die es braucht, um den höchsten Titel für Turnierschachspieler zu tragen, hat Horvath schon im September bei der Europameisterschaft in Island erreicht. Bringt er weiter Leistungen wie diese, ist es nur eine Frage der Zeit, bis der ehrgeizige Eisenstädter die nächsten beiden folgen lässt und sich hochoffiziell Großmeister nennen darf.