Anna Leitner gibt spontanes Comeback. Die Neufelderin Anna Leitner springt nach dem Karriereende kurzfristig bei WAT Atzgersdorf ein.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 15. Mai 2021 (01:24)
Comeback. Anna Leitner will es in der WHA nochmal wissen.
zVg/a.c. schiffleitner, zVg/a.c. schiffleitner

Am Ende der vergangenen Saison hängte Handball-Routinier Anna Leitner aus Neufeld ihre Karriere bei WAT Atzgersdorf an den Nagel – eigentlich. Nach vielen verletzungsbedingten Ausfällen bei dem Team, mit dem Leitner die jahrzehntelange Dominanz von HYPO Niederösterreich durchbrach und den Meistertitel sicherte, rief sie ihr Coach an.

„Er fragte mich, ob mir das Handballspielen gar nicht abgeht. Ich wusste gleich, worum es geht“, schildert die Neufelderin amüsiert. In Anbetracht der Verletzungen und Kreuzbandrisse im Team musste die Polizistin nicht lange überlegen und sagte zu. Körperlich habe sie sich ohnehin fit gefühlt, „ich war ja auch nach dem Karriereende weiter laufen, radfahren und natürlich auch in der Kraftkammer. Aber Handballspielen ist dann doch etwas anderes. Die ruckartigen Bewegungen, das ,stop-and-go‘, kann man im Training nicht simulieren“, weiß sie.

Am Wochenende stand Leitner schließlich im Cup-Finale gegen HYPO Niederösterreich. Mit ihrem ehemaligen Verein Stockerau gelang ihr dort bereits sensationell der Cupsieg. Diesmal war das Glück nicht auf Seiten der Atzgersdorferinnen, der Rekordmeister setzte sich schließlich klar durch. „Das ist natürlich bitter“, denn den Erfolg hätte sie klarerweise gerne wiederholt.

Große Ziele mit dem amtierenden Meister

Der Cup-Sieg wäre für Leitner aber ohnehin nur „das i-Tüpfelchen“ gewesen, das eigentliche Ziel lautet: Meistertitel. Als amtierende österreichische Handball-Champions – im Vorjahr wurde die Saison abgebrochen – wollen Leitner und ihre Kolleginnen Rekordmeister HYPO „noch ordentlich ärgern. Mittlerweile haben wir enorm aufgeholt und sind auf Augenhöhe. Es fehlt nur noch ein bisschen Feintuning“, ist Leitner vom Potenzial ihrer Truppe überzeugt.

Zunächst geht es für Atzgersdorf aber im Halbfinale gegen Stockerau, die langjährige sportliche Heimat der Neufelderin. „Das wird sicher ein emotionales Match. Ich freue mich schon, ein paar alte Bekannte wieder zu treffen.“

In der Meisterschaft wird heuer nach neuem System gespielt, im Finale entscheidet ein Best-of-three. „Das ist ganz schön anstrengend, vor allem wenn man voll berufstätig ist“, gibt die Polizistin zu. Von ihrem Gruppenführer erhält sie dabei volle Unterstützung. „Er ist zum Glück selbst Sportler. Ohne den Rückhalt wäre das Comeback nicht möglich gewesen“, dankt sie ihrem Chef.

Eine mögliche Zukunft als Trainerin lässt sich Leitner aktuell noch offen. Anfragen gebe es bereits, derzeit sei es aber zu zeitintensiv. „Für eine Spielerin bin ich doch schon recht alt – für eine Trainerin dagegen fast zu jung“, scherzt die 38-Jährige.