Raimund Radakovits: „Lang mache ich das nicht mehr mit“. Empörung über den Referee, Amtsmüdigkeit: Güttenbachs Obmann Raimund Radakovits war stinksauer.

Von Daniel Fenz. Erstellt am 20. September 2017 (01:16)
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Amtsmüde. Das ist das richtige Wort, um den Status quo von Güttenbachs Obmann Raimund Radakovits zu titulieren. Sportlich läuft es nicht rund und auch die Vorgänge bei der 2:8-Niederlage gegen Ollersdorf sowie Entscheidungen von Schiedsrichter Michael Gangl trugen ihr Übriges dazu bei. „Ich zähle schon die Tage. Ich mache es jetzt das elfte Jahr, war sieben Mal Trainer und bin Obmann. Bei aller Liebe, ich habe die Freude verloren“, so Radakovits, der (wie übrigens weitere Güttenbacher Funktionäre) mit Saisonende abtreten möchte.

Mit gestrecktem Bein in Richtung Kulovits

Der Grund für den (neuen) Unmut: Gegen Ollersdorf (siehe linke Seite) musste Kapitän Armin Kulovits verletzt ausgetauscht werden. Er krachte mit Ollersdorfs Tormann Peter Zsolt Major zusammen und verletzte sich dabei schwer. Heuer wird er wohl nicht mehr zum Einsatz kommen. „Major fährt mit dem gestreckten Bein auf das Knie, Gangl gibt aber nicht einmal eine Karte. Er hat gemeint, es war keine Absicht. Muss ich mir bei einem gestreckten Fuß überhaupt noch die Frage stellen, ob das absichtlich war oder nicht?“

Zudem wurde Offensiv-Allrounder Fabian Radakovits in der 69. Minute mit Rot vom Platz geschickt. Der Unparteiische fühlte sich beleidigt und schickte ihn runter. „Mein Spieler hat lediglich zu seinen Kollegen gesagt, ‚jetzt haben wir dem Gegner wieder ein Tor aufgelegt. Burschen, kommt´s weiter, da geht noch was. Die sind nicht so gut.‘“ Michael Gangl dürfte das laut Radakovits missverstanden haben und schloss ihn aus. „Wir haben aber nicht nur aufgrund der Aktionen des Schiedsrichters verloren, die Mannschaft war einfach zu dumm, ihre Chancen auszunutzen.“

„Wenn sich ein Nachfolger als Obmann und dazu auch Funktionäre finden, dann geht esm sicher weiter.“ Raimund Radakovits, Obmann in Güttenbach

Der Obmann und Trainer des Vereins zeigte sich jedenfalls sichtlich verärgert über den Referee. „Das ist ja lächerlich. Ich fahre extra von Wien im Regen runter, lange mache ich das nicht mehr mit.“

Gangl selbst wollte dazu keine Stellungnahme abgeben, er verwies im Gespräch mit der BVZ auf seinen Bericht an den Burgenländischen Fußballverband. Geschäftsstellenleiter Karl Schmidt zitiert aus ebendiesem: „Der Bericht ist sehr kurz gehalten. Er dürfte mit den Worten ‚du bist ja lächerlich‘ konfrontiert worden sein. Den Bericht und das Strafausmaß wird sich jetzt der STRUMA (Anm.: Straf- und Meldeausschuss) am kommenden Donnerstag in einer Sitzung ansehen.“

Schmidt selbst wollte einer Entscheidung des Ausschusses nicht vorgreifen. „Der Ausschuss soll sich selbst eine Meinung bilden, die Verhandlung ist in Großpetersdorf, der Spieler wird dazu vorgeladen.“

Kapitän Armin Kulovits sagte zum Zusammenstoß: „Tormann Major hat mir das linke Knie zertreten. Ich nahm mir den Ball herunter, Ollersdorfs Schlussmann sprang mit gestrecktem Fuß gegen mein Knie.“ Der Stürmer ließ sich bereits im Krankenhaus untersuchen. Gestern, Dienstag, nach Redaktionsschluss, wurde dabei noch eine Magnetresonanz durchgeführt.

Güttenbach will weiterbestehen

Für Radakovits ist jedenfalls klar: „Wir wollen jetzt noch eine angenehme Saison erleben und dann werde ich meine Funktion als Obmann und Trainer übergeben.“ Nachsatz: „Wir sperren den Verein nicht zu. Wenn sich ein Nachfolger als Obmann sowie weitere Funktionäre finden, dann geht es weiter. Es hören ja nur einige Funktionäre auf.“

Laut dem bald scheidenden Klubboss gibt es übrigens schon Gespräche mit jungen, ambitionierten Güttenbachern, die den Verein am Leben erhalten wollen.