Corona-Anzeigen und Vandalismus am Sportplatz. Am 8. Mai wurden nach einer Besprechung einige UFC Gerersdorf-Sulz-Akteure angezeigt – nicht der einzige Ärger an einem verhängnisvoll „schrecklichen Wochenende“.

Von Kevin Hasler. Erstellt am 22. Mai 2020 (06:03)

Am Freitagabend des 8. Mai trafen die Spieler und die sportliche Leitung des UFC Gerersdorf-Sulz erstmals nach den Einschränkungen seitens der Mitte März in Kraft tretenden Maßnahmen der Bundesregierung zusammen. So wollte der Vorstand über die weitere Zukunft aufklären. Um 18.30 Uhr fand eine Besprechung mit den jungen Spielern aus der Gemeinde statt, was laut den Verantwortlichen auch mit dem nötigen Sicherheitsabstand geschah. Danach hielt der Spielerrat ein Treffen ab, wo das gleiche Thema zur Diskussion stand. Bei dieser Besprechung sollen 13 Personen anwesend gewesen sein. Gegen 22 Uhr wurde die Polizei am Sportplatzgelände vorstellig und zeigte alle 13 Personen an. Grund war eine vorangegangene Anzeige aus der umliegenden Bevölkerung.

Schwierige Tage. UFC-Obmann Günter Berzkovics hatte zuletzt einigen Ärger zu lösen.
BVZ

Das nahm man im UFC-Lager mit großem Unmut auf, denn einer wirklichen Schuld war man sich nicht bewusst. Obmann Günter Berzkovics zeigte sich von der Anzeige schwer enttäuscht und sagte: „Ein Telefonat mit mir hätte genauso gewirkt, wie das Einschreiten der Polizei. Die Spieler sind nach der fußballfreien Zeit einfach hungrig auf den Fußball und daran interessiert, wie die sportliche Zukunft des UFC Gerersdorf-Sulz aussieht. Die Spieler waren fassungslos über die Anzeige.“

Kapitän dazu: „Ein Anruf hätte gereicht“

Ähnliche Worte fand auch Kapitän Stefan Berzkovics: „Im Namen der Angezeigten kann ich nur sagen, dass wir von der Person, die uns angezeigt hat, überaus enttäuscht sind. In einem Dorf, wo jeder jeden kennt, hätte ein kurzer Anruf oder ein kurzes Vorbeischauen gereicht, um die Besprechung aufzulösen. Dass hier gleich der polizeiliche Weg gewählt wurde, erachte ich als desaströs.“

Mittlerweile ist bei einem Spieler die erste Strafe von der Bezirkshauptmannschaft Güssing eingetrudelt. Diese beläuft sich auf 100 Euro. „Wir werden jetzt einmal die anderen Strafen abwarten, diese dann prüfen lassen und gemeinsam vorgehen“, erklärte der Sportliche Leiter Thomas Poandl.

Vandalismusschaden im vierstelligen Bereich

Doch damit nicht genug: Nicht nur der Freitag, auch der Samstag verlief für den UFC-Tross maximal unglücklich. Am Samstag, dem 9. Mai, wütete am Gelände der Sulzer Steinbrucharena eine Gruppe Jugendlicher und richtete auch enormen Sachschaden an. Dabei wurde in die Kantine eingebrochen, Zuschauersessel in den angrenzenden Teich geworfen und einige Sessel aus ihrer Verankerung gerissen. „Es war ein schreckliches Wochenende für den UFC“, sagte Obmann Günter Berzkovics weiter. Die jungen und noch minderjährigen Mädchen und Burschen konnten allerdings schnell ausfindig gemacht werden. „Der Gesamtschaden beläuft sich auf rund 1.000 Euro“, meinte das Oberhaupt gegenüber der BVZ. Ein gebrauchtes Wochenende für den UFC Gerersdorf-Sulz, bei dem das letzte Wort sicher noch nicht gesprochen ist.