Angedachter Saison-„Frühstart“: „Kein Mehrwert für uns“. Der Jennersdorfer Kicker Michael Wagner hadert mit dem vom BFV angedachten „Frühstart“ der kommenden Saison. Er sagt: „Wir sind keine Profis und wollen auch Urlaub.“

Von David Marousek. Erstellt am 23. April 2021 (00:32)
Kein Start nach Maß. Jennersdorf-Außenbahnspieler Michael Wagner ärgert sich über den geplanten Frühstart in der kommenden Saison. Lieber hätte er die Möglichkeit einer längeren Vorbereitung.
David Marousek, David Marousek

Am vergangenen Freitag verkündete der Burgenländische Fußballverband, dass die kommende Saison schon am Wochenende des 30. Juli bis 1. August beginnen soll. Das brachte viele Whatsapp-Gruppen der Fußballvereine zum Glühen. So auch beim UFC aus Jennersdorf, wo Außenbahnspieler Michael Wagner erklärte: „Alle, die darauf reagierten, waren dem Vorschlag gegenüber negativ eingestellt. Für uns als Spieler hat das keinen Mehrwert.“

Wieder kein Urlaub in diesem Sommer

Konkret ärgert den UFC-Kämpfer, dass nach dem anstrengenden letzten Jahr im Sommer keine Verschnaufpause angesagt ist. „Wir konnten schon im Vorjahr nicht auf Urlaub fahren, jetzt geht es vielleicht, aber dann ist da im Sommer ja schon die Vorbereitung auf die nächste Saison“, so Wagner. Vor allem, wenn die aktuell noch nicht abgebrochene Spielzeit doch noch bis 4. Juli durchgeboxt wird. Das sieht der Jennersdorf mit Argwohn: „Der BFV hätte jetzt abbrechen können, weil ehe wir wieder mit Kontakt trainieren dürfen, ist es mit Sicherheit schon Mai. Wenn dann im Juni und Juli trainiert und ab August gespielt werden kann, dann hätten wir wenigstens eine gute Vorbereitung.“

„Der Verband legt auf den einzelnen Spieler keinen Wert. Wir sind alle keine Profis, sondern Amateure.“Michael Wagner, Fußballer beim UFC Jennersdorf, über die aktuell schwierige Situation.

Die vermeintliche Verletzungsproblematik sieht der 28-Jährige mit Argwohn. Dabei hält er sich im eigens zuhause eingerichteten Kraftraum fit. So gut es eben geht. Sein Wunsch? „Es braucht eine gescheite Vorbereitung, eine Art Wintervorbereitung im Sommer, sonst wird es viele Verletzte geben. Ich trainiere viel, aber mit dem Ball ist es dann wieder etwas anderes.“

Auch Reserven leiden durch die Hitze

Wenn es quasi sofort ins neue Spieljahr übergeht, fehlt es für Wagner an der Pause: „Der Juli und August sind heiße Monate. Es macht keinen Spaß dort zu spielen. Wenn wir dann zum Beispiel um 18 Uhr am Platz stehen, dann sind die Reserveteams zwei Stunden vorher in der Sonne. Dort wird auch weniger trainiert und es ist noch heißer, die Verletzungsgefahr ist dann noch höher.“

Wagner erhofft sich vor allem eines: Rücksicht. „Der Verband legt auf den einzelnen Spieler keinen Wert. Wir sind alle keine Profis, sondern Amateure. Wir wollen auch mal in den Urlaub fahren, wenn es nach dieser Zeit wieder mal möglich sein sollte.“ Die Vorbereitung auszulassen sei für den sportbegeisterten Jennersdorf auch keine Option: „Das merkt man dann bei der Fitness die ganze Saison.“