Traditionsverein Sigleß stellt Spielbetrieb ruhend. Spielermangel und fehlende helfende Hände sorgen beim SV Sigleß vorerst für eine Kampfmannschafts-Pause.

Von Martin Ivansich. Erstellt am 15. Juli 2021 (06:02)
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In der kommenden Saison sind die Tore des SV Sigleß geschlossen, zumindest was den Kampfmannschafts-Betrieb betrifft. Der Traditionsverein aus dem Bezirk Mattersburg wird nicht an der 2. Liga Mitte teilnehmen.
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Es ist kein Einzelfall, Beispiele für das Aus einer Kampfmannschaft im Burgenland gibt es einige, auch aus der näheren Umgebung. Krensdorf und Baumgarten aus dem Bezirk Mattersburg in der Vergangenheit oder zuletzt Frankenau in der Gruppe Mitte stellten den Spielbetrieb ein beziehungsweise gaben dann in weiterer Folge komplett auf.

Ein Comeback ist zumindest in Planung

Jetzt hat Sigleß als ersten Schritt seinen Spielbetrieb ruhend gestellt, wird an der kommenden Saison 2021/22 nicht mit der Kampfmannschaft teilnehmen. Roman Hammerschiedt stand seit 2016 an der Spitze des Vereins, legte seine Funktion als Obmann bereits zurück und erklärt den Schritt des SV Sigleß: „Man braucht, um einen Spielbetrieb aufrechtzuerhalten, zwei Mannschaften und genug Leute, um überhaupt den Verein zu führen. Wenn beides nicht mehr gegeben ist, dann kommt leider so eine Entscheidung am Ende heraus.“

Vor allem den Spielermangel bedauert Hammerschmiedt: „Wenn zig Sigleßer aufhören oder bei anderen Mannschaften im Bezirk spielen, dann wird es schwer. Man kann sich eine Mannschaft zusammenkaufen, aber dazu bin ich zu sehr Kaufmann. Es muss für beide Seiten passen.“ Zuletzt musste sogar ein Testspiel in Loipersbach eben wegen Spielermangels abgesagt werden. Am vergangenen Montag fiel dann die Entscheidung, auch weil eine angedachte Kooperation mit Bad Sauerbrunn an den BFV-Bestimmungen scheiterte: „Es wäre vorstellbar für uns gewesen, mit Bad Sauerbrunn eine Spielgemeinschaft zu bilden. Wir hatten auf Vorstandsebene immer ein gutes Verhältnis, vor allem auch zu Obmann Gerhard Kern. Man hätte aber bis 20. Mai eine Spielgemeinschaft beim Verband melden müssen, da sind uns die Hände gebunden.“

Im Hintergrund wird in Sigleß jedoch bereits an einer möglichen Rückkehr gebastelt — eine Generalversammlung soll in Kürze abgehalten werden, bei der dann die neue Vereinsspitze gewählt wird. Bis dahin ist zumindest am Papier der alte Vorstand im Amt.

Der scheidende Obmann Hammerschmiedt konnte allerdings noch keine Details verraten: „Es wird an einem neuen Vorstand gearbeitet, mit dem man vielleicht nächstes Jahr oder in einigen Jahren zurückkommen wird. Ob das dann in der 2. Klasse oder in der 2. Liga sein wird, ist nicht so wichtig. Die Leidenschaft muss einfach da sein. So habe ich es auch immer getan, den Fußball aus Leidenschaft gefördert.“

Nachwuchs-Betrieb bleibt weiter bestehen

Gefördert werden soll zumindest weiterhin der Nachwuchs des Vereins. Rund 70 Kinder und Jugendliche kicken beim SV Sigleß. Der Verein stellt für die kommende Saison eine U7, eine U9 und eine U11-Mannschaft sowie zwei reine Mädchen-Teams (U10 und U12). Die U16-Kicker aus Sigleß sind weiterhin in der Spielgemeinschaft Wetterkreuz im Einsatz: „Das ist ja auch ein Potenzial, mit dem man in ein paar Jahren wieder eine Kampfmannschaft bilden kann.“

Hammerschmiedt selbst ist — wie erwähnt — als Obmann zurückgetreten und wird jedenfalls künftig keine Funktion mehr beim SV Sigleß bekleiden, verspricht aber: „Als Fan werde ich sicher oft am Sportplatz sein, natürlich auch, weil meine beiden Söhne in der U16-Mannschaft spielen.“