Die Mattersburg Rocks werden von Corona eingeholt. Am Sonntag wurde ein Spieler der Rocks positiv getestet. Bis Redaktionsschlusskam ein weiterer dazu. Spiel- und Trainingsbetrieb sind eingestellt.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 04. März 2021 (01:23)
Hart umkämpft. Marko Soldo (l.) und die Mattersburg Rocks behielten am Samstag gegen Petar Zivkovic die BBC Nord Dragonz die Oberhand. Am Sonntag folgte der Schock: Ein Spieler der Mattersburg Rocks hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Am Dienstag folgte ein weiterer bestätigter Fall. Nun haben die Rocks eineinhalb Wochen den Spiel- und Trainingsbetrieb eingestellt.
Martin Ivansich

Die Freude über den 79:69-Derbysieg gegen Eisenstadt war im Lager der Raiffeisen Mattersburg Rocks groß, sollte allerdings nur von kurzer Dauer sein. Denn am Sonntag wurde ein Rocks-Spieler positiv auf das Coronavirus getestet.

„Wir haben dann Großteile der Mannschaft noch einmal testen lassen“, erzählt Mattersburg-Obmann Corey Hallett im Gespräch mit der BVZ. Alle Getesteten waren negativ, das sollte sich aber schnell ändern. Am Montagabend traten bei einem zweiten Rocks-Akteur Covid-typische Symptome auf. Dienstagvormittag herrschte Gewissheit: Auch er hat sich mit Corona infiziert. Obmann Hallett informierte daraufhin umgehend die Liga und den kommenden Gegner Güssing/Jennersdorf, bat um eine Verschiebung des für das Wochenende angesetzten Schlagerspiels. „Das Risiko ist mir persönlich als Obmann einfach zu groß.“

Liga-Geschäftsführer Johannes Wiesmann kam der Bitte der Mattersburger nach: „Wir werden das Spiel leider verschieben müssen, was doch sehr mühsam ist. Wir sind in einer Spätphase des Grunddurchganges und kurz vor den Play-offs. Mattersburg ist willig, auch unter der Woche, das Auswärtsspiel anzutreten“, vernahm Wiesmann, dass die Mattersburger bereit sind das Match so schnell wie möglich nachzutragen.

Doch erst einmal heißt es abwarten und hoffen, dass es keine weiteren Infizierten gibt. Der Trainingsbetrieb ist vorerst jedenfalls eingestellt. Eine Wiederaufnahme ist in rund zehn Tagen geplant – am nächsten Donnerstag oder Freitag. Ob neben den positiv getesteten Spielern auch weitere Rocks-Akteure in Quarantäne müssen, stand zu Redaktionsschluss noch nicht fest.

Corey Hallet hofft, dass es bei seinen Rocks bei zwei positiven Fällen bleibt.
BVZ

„Das ist so eine Wischi-Waschi-Geschichte“, weiß Hallett, dass die Vorgehensweise in diesem Fall nicht eindeutig ist, er glaubt aber: „Dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis zumindest Teile unserer Mannschaft einen Anruf von der Behörde bekommen.“ Wie das Virus in das Umfeld des Tabellenzweiten gelangt ist, kann Hallett nicht nachvollziehen: „Der Erste, der positiv getestet wurde, weiß nicht, wo er sich angesteckt haben könnte.“ Fest steht aber, dass sich Hallett keinen Vorwurf macht, was die Sicherheitsvorkehrungen angeht. „Wir haben einen Mannschaftsarzt installiert, der sehr erfahren ist, was den Umgang mit Covid betrifft. Er hat ein super Konzept erarbeitet. Wir als Verein haben sehr viel Energie und Geld investiert, die besten Tests, die es gibt, besorgt“, bleibt die Erkenntnis, dass auch das beste Präventionskonzept eben keine hundertprozentige Sicherheit bietet.

„Wir als Verein haben sehr viel Energie und Geld investiert, die besten Tests, die es gibt, besorgt.“ Corey Hallett hat alles versucht, um Corona fern zuhalten

Aus sportlicher Sicht ist vor allem der Zeitpunkt richtig ungünstig. Nach drei Niederlagen in Serie kamen die Rocks mit zwei Siegen wieder etwas besser in Fahrt, wollten mit einem weiteren Erfolg gegen die Blackbirds einen großen Schritt Richtung Platz eins im Grunddurchgang machen.

„Ich persönlich glaube, dass uns das jetzt den ersten Platz nach dem Grunddurchgang kostet“, verlieren die Mattersburger nicht nur den Spiel-, sondern auch den Trainingsrhythmus. Es wird also ein ähnliches Szenario wie im vergangenen November, als die Teams einige Wochen nicht auf das Parkett durften, bis dann die Liga auf ein Spitzensportkonzept umstieg. Damals kamen die Mattersburger vergleichsweise gut in Schwung, holten aus den ersten sieben Begegnungen sechs Siege. „Wir haben gewusst, dass die gesamte Saison eine Achterbahnfahrt wird, jetzt sind wir, glaube ich, ganz unten angekommen“, bedient sich der Mattersburger Vereinschef einer Metapher. Und doch: Die Kurve nach oben wird demnach wieder folgen.