Mattersburg Rocks: Ohne „Haufen Druck“ zur Revanche. Durch Sieg in Dornbirn kehrte Mattersburg wieder auf die Siegerstraße zurück. Jetzt geht es gegen Lokalrivalen Eisenstadt und den ersten Platz.

Von Peter Wagentristl und Malcolm Zottl. Erstellt am 25. Februar 2021 (02:11)
Überragend. Gegen Dornbirn war Mattersburgs Marko Soldo (r.) gemeinsam mit Roman Skvasik der Rocks-Topscorer. Am Ende des Grunddurchgangs will Soldo auf die Konkurrenten auch in der Tabelle hinabsehen können.
: Malcolm Zottl

Drei Niederlagen in Serie, das hat es in Mattersburg schon lange nicht mehr gegeben, um genauer zu sein: seit der Einführung der gesamt-österreichischen zweiten Spielklasse 2011/12 überhaupt noch nie. „Wir wollten kein viertes Mal verlieren, haben uns selbst einen Haufen Druck gemacht“, gibt der spielende BKM-Obmann Corey Hallett zu. Noch dazu wartete mit Tabellenschlusslicht Dornbirn einerseits eine Pflichtaufgabe, andererseits eine weite Auswärtsreise.

Die Vorarlberger Lions machten ihrem Namen alle Ehre, kämpften wie die Löwen und gingen auch mit einer Zehn-Punkte-Führung in die Pause. Es sah so aus, als ob sich der Mattersburger Negativtrend zu einer Krise ausweitet. Doch die Rocks fingen noch rechtzeitig zu rollen an, holten im Westen schlussendlich einen 78:69-Erfolg. Hallett pustete daraufhin erleichtert durch: „Am Ende haben wir aber 12, 13 richtig gute Minuten gespielt. Wir haben die Partie gewonnen, weil wir mehr Breite im Kader haben.“ Damit meint Hallett Nikolaus Bugnyar und Marco Jaitz, die sich in dieser Saison von Bankspielern zu richtigen Rotationsspielern entwickelt haben.

Der Haufen Druck ist damit (vorerst) von den Schultern. Der erste, und wohl schwierigste, Schritt zurück in die richtige Spur ist getan. Das Erfolgserlebnis lässt auch Hallett wieder positiv in die Zukunft blicken. Das ausgegebene Zwischenziel am Weg zum Titel bleibt der erste Platz nach dem Grunddurchgang, dafür wollen die Rocks aus den nächsten vier Spielen vier Siege holen. Und damit mit dem perfekten Rhythmus dann auch in die Play-offs gehen: „Davon sind wir nicht so weit entfernt“, kommentiert Hallett.

„Am Ende haben wir aber 12, 13 richtig gute Minuten gespielt.“

Mattersburgs Obmann Corey Hallett sah, wie seinen Rocks gegen Ende der Dornbirn-Partie der Knopf wieder aufging.

Die Bestätigung dessen braucht es freilich noch, und zwar beim Derby am Samstag. Eisenstadt ist zu Gast in Mattersburg. Die Drachen sind nach einem guten Saisonstart und dem historisch ersten Sieg gegen die Rocks mehr oder weniger im freien Fall. Mattersburg ist in der Favoritenrolle. „Das Spiel in Eisenstadt war nur ein Spiel, und auch das Spiel am Samstag wird nur ein Spiel sein. Wir wollen den ersten Platz im Grunddurchgang. Deshalb sind wir hoch motiviert egal, gegen wen es geht“, unterstreicht Hallett. Der Faktor, der ein Derby gegen Eisenstadt besonders macht, fehlt in dieser Saison. „Schade ist, dass keine Zuschauer dabei sind, ein Derby so spät in der Saison wäre wohl ausverkauft gewesen.“

Für Underdog Eisenstadt hat das Lokalduell noch größeres Prestige. Die Landeshauptstädter müssen auch noch ihren Play-off-Platz endgültig fixieren. Das wäre mit einem Derbysieg gegen Mattersburg besonders schön. Die Rocks seien jedenfalls „ein Team, das uns grundsätzlich liegt. Im Derby gelten außerdem andere Gesetze“, wittert Obmann Roland Knor erneut die Chance auf eine Überraschung: „Das Ziel ist klar: Wir wollen uns aus der Niederlagenserie befreien.“

Ex-Mattersburger ist gefährlichster Drache

Hoffnung gibt den Eisenstädtern, dass sie wieder ein zusätzliches Ass im Ärmel haben. Top-Scorer Dragisa Najdanovic ist nach seiner Verletzungspause wieder einsatzbereit. Der routinierte Guard ist damit rechtzeitig fit für das Match gegen seinen Ex-Verein. Ebenfalls mit von der Partie wird Neo-Drache Bogdan Rakic sein.

Nichts wurde es übrigens aus dem geplanten Nachtragstermin gegen die Basket Flames am gestrigen Mittwoch. Das Match wird nun im März nachgeholt, außerdem ist noch das Heimmatch gegen die Wiener, so wie das Auswärtsspiel gegen den schärfsten Titelkonkurrenten Güssing/Jennersdorf, ausständig.