Viktoria Hader feiert Weltcupsieg für Geschichtsbücher. Viktoria Hader gewann in Rimini ihren ersten Weltcup. Die KBC-Athletin ist damit wohl die erste rot-weiß-rote Siegerin überhaupt.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 03. Juli 2019 (01:57)
KBC Rohrbach
Trainer Michael Gerdenitsch feierte mit Viktoria Hader den Weltcup-Triumph im italienischen Rimini – wohl den ersten für Österreichs Kickerboxer in der Disziplin Pointfight.

Nach dem Finale sah Viktoria Hader etwas ungläubig um sich. „Ich habe mir gedacht, was ist jetzt passiert“, kann Hader zweieinhalb Wochen nach ihrem ersten Weltcup-Triumph gut lachen: „Ich bin zehn Minuten da gestanden und habe mich überhaupt nicht ausgekannt – ich habe es einfach nicht realisieren können.“

Den Erfolg feierte Hader im italienischen Rimini. Eines der größten Weltcup-Turniere des Kickbox-Weltverbandes WAKO. Anders als bei den Turnieren davor hatte Hader in den ersten Runden etwas Glück, ging den ganz großen Kalibern aus dem Weg. „Ich habe dann einfach nicht überlegt, wollte beim letzten Turnier vor der Sommerpause nur kämpfen und Spaß haben“, ging Hader ganz locker an die Aufgaben heran.

Im Halbfinale besiegte die Rohrbacher Kämpferin Keshia Keller. Die Deutsche gewann erst kürzlich den Grand Champion-Titel beim bedeutenden Weltcup, den Irish Open in Dublin. Im Finale bekam es die Burgenländerin mit Elena Pantaleo aus Italien zu tun. Das Aushängeschild der Klasse bis 65 Kilo führte bis zur Schlusssekunde, ehe Hader der 6:6-Ausgleich gelang.

Mit einem Überraschungsmanöver übernahm Hader die klare Führung. „Dann habe ich gewusst, sie kann nicht mehr gewinnen. Da bin ich nur noch da gestanden und hab noch ein paar kassiert“, war Hader schon vor dem Kampfende überwältigt.

„Schon bei meiner ersten Teilnahme 2015 habe ich mir gedacht: Das ist ein cooles Turnier, das möchte ich einmal gewinnen.“ Viktoria Hader

Für Hader war es aus zweierlei Hinsicht ein ganz besonderes Erlebnis. Einerseits weil sie sich schon bei ihrer ersten Rimini-Teilnahme 2015 dachte: „Das ist ein cooles Turnier, das möchte ich einmal gewinnen.“ Andererseits weil sie wohl die erste Östereicherin ist, die in der Disziplin Pointfight einen Weltcupsieg verbuchte: „Wir haben alle nachgedacht, aber uns ist zumindest niemand eingefallen.“

Die Erfahrung am obersten Podest, oberhalb der Topstars, zu stehen, macht Gusto auf mehr. In der Weltrangliste schob sich Hader an die dritte Stelle nach vorne, liegt hinter Evelyn Neyens aus Belgien und der Deutschen Keller. Viel wichtiger: die Gewissheit jede Gegnerin schlagen zu können.

„Bisher hat da der letzte Schliff gefehlt, aber ich werde weiter arbeiten, um meine Schwächen noch weiter auszumerzen“, blickt die Kickboxerin nach vorne. Das Highlight in dieser Saison ist die Weltmeisterschaft im November. Für Hader ist alles möglich, wenngleich sie weiß: „Dort gibt es nur Top-Leute und in Rimini ist mir an diesem Tag auch alles aufgegangen.“