2. Liga Mitte: Faustschlag nach Derby-Abpfiff

Erstellt am 13. August 2022 | 02:47
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Wut Faust Symbolbild
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Foto: shutterstock.com/Freedom Studio
Nach dem Derby Neudörfl gegen Bad Sauerbrunn 1b gab es unschöne Szenen.
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Unrühmlich ging es nach Schlusspfiff beim Derby Neudörfl gegen Bad Sauerbrunn 1b zur Sache. Das an sich faire Spiel hatte einen sehr bitteren Nachgeschmack. Die Partie entschieden die Kurortler gar nicht unverdient 2:0 für sich, das war aber rund zehn Minuten nach dem Ende Nebensache.

Was war passiert? Der ukrainische Neudörfl-Verteidiger Nazar Savchuk schlug den slowakischen Sauerbrunn 1b-Stürmer Stanislav Lapin regelrecht k.o. Der musste schwer verletzt ins Krankenhaus: doppelter Kieferbruch und Gehirnerschütterung. „Das ist natürlich unentschuldbar und darf nicht passieren“, so Neudörfl-Obmann Michael Schügerl. „Im ersten Moment war die einheitliche Meinung des Vereins, man muss sich vom Spieler trennen.“

Dann aber hakte man in Neudörfl ein: „Nachdem wir die Hintergründe der unentschuldbaren Aktion ein wenig erläutert bekamen, werden die Konsequenzen für Nazar überdacht.“ Lapin soll den Neudörfler Verteidiger mehrmals während des Spiels mit derben Beleidigungen hinsichtlich seiner Herkunft und der aktuellen Lage in seinem Heimatland provoziert haben. Schügerl: „Das macht die Aktion nach Schlusspfiff nicht besser, aber man kann ein wenig nachvollziehen, wenn dann Sicherungen durchbrennen.“

Für Bad Sauerbrunns Obmann Gerhard Kern gilt: „Man darf hier keine Täter-Opfer-Umkehr betreiben. Während eines Fußballspiels geht es einmal verbal zur Sache, da wird geschimpft. Was genau gesagt wurde, weiß ich nicht. Aber, dass ein Spieler mit doppeltem Kieferbruch im Spital landet, kann man schwer rechtfertigen.“

Wie es jetzt weitergeht? Noch kurz nach der körperlichen Auseinandersetzung war die Polizei vor Ort, nahm das Protokoll auf. Lapin erstattete Anzeige. Für Savchuk sind die Folgen – sowohl zivil- als auch sportrechtlich – noch nicht absehbar. Vorerst wird aber auch von Verbandsseite nicht eingegriffen, da sich die Aktion nach Schlusspfiff außerhalb des Platzes abspielte. Es gilt hier die Ermittlungen im Zuge der Anzeige abzuwarten. Für Lapin zumindest sind die sportlichen Folgen klar: Nach nur zwei Runden ist der Herbst für den Slowaken vorbei.