Neudörfler Badesee statt Spital in Mexiko. Martin Demuth landete nach Weltcup im mexikanischen Armen-Spital. Olympia-Traum ist damit vorerst weit entfernt.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 14. August 2019 (01:19)
Malcolm Zottl
Krafttanken am See. Martin Demuth (r.) mit Bruder Lars, der selbst Mittelstreckenläufer ist, zuletzt Neunter über 5.000 Meter bei der ÖM wurde.

Es ist ein sommerlicher Mittwochnachmittag, als sich die BVZ mit den Brüdern Martin und Lars Demuth trifft. Ihr Sommerdomizil am Neudörfler See ist ein kleines, verstecktes, idyllisches Örtchen. Ganz anders war die Erfahrung, die Triathlet Martin in Mexiko machte. Beim Weltcup-Einsatz stürzte er auf der Radstrecke schwer. Mit Verdacht auf einen Wirbelbruch ging es ins Spital. Dort wurde der SVG Hohe Wand-Athlet aber nicht behandelt, weil er bei der Einlieferung keine Kreditkarte dabei hatte.

Geholfen wurde ihm dann in einem Rot Kreuz-Krankenhaus. „Die ganz armen Menschen werden dort gratis behandelt“, erzählt Demuth, der vom Anblick geschockt war: „So sieht bei uns vielleicht eine Abstellkammer aus, aber sonst nichts.“

Der Verdacht des Wirbelbruchs bestätigte sich nicht, die Ärzte empfahlen, dem Höfleiner noch am selben Tag nach Hause zu fliegen. „Wenn man dann im Flugzeug eine ältere Dame bittet, dass sie einem das Handgepäck raufhebt, kommt man sich dann sehr blöd vor“, kann Demuth mittlerweile darüber lachen. Eine Woche später bestritt er in Kasachstan trotz allem den nächsten Renneinsatz, diesmal war aufgrund eines platten Reifens wieder frühzeitig Schluss.

In der zweiten Saisonhälfte soll es für Demuth nun deutlich besser laufen. Über Conti-Cup und Europacup geht es zu den nächsten Weltcups in Spanien und China.

Nach den letzten Rennen ist sich Demuth bewusst: „Olympia in Tokio wird sich jetzt zu 90 Prozent nicht mehr ausgehen.“ Die Form sollte dennoch stimmen, ein sechswöchiges Trainingslager in Sankt Moritz spielte alle Stückchen. Den ersten Beweis lieferte Demuth am Wochenende – Platz fünf beim Conit-Cup in Kasachstan: „Ich bin zufrieden, aber hungrig auf mehr.“