Trainingsbetrieb: Reaktionen aus dem Bezirk Mattersburg. Ab 15. Mai könnte es losgehen. An Meisterschaft ist aber noch lange nicht zu denken. Die BVZ hörte sich bei den Klubs um.

Von Bernhard Fenz, Martin Ivansich und Alfred Wagentristl. Erstellt am 30. April 2020 (02:24)

Die gute Nachricht: Es darf ab Mitte Mai im Amateurfußball wieder trainiert werden. Die schlechte Nachricht: Zweikämpfe und dergleichen wird es bis auf weiteres nicht geben und im Umkehrschluss eben auch keine Bewerbsspiele. Mit zwei Meter Abstand ist aber, wie Sportminister Werner Kogler in der ORF-Sendung Sport am Sonntag klarstellte, künftig für die gesamte Mannschaft ein Trainingsbetrieb möglich.

„Vor allem im Nachwuchsbereich ist es erfreulich, dass wieder trainiert werden darf. Die Bewegung für die Kinder ist wichtig“, stellte Burgenlands Fußballverbands-Präsident Gerhard Milletich klar. Zwiegespalten bewertete er allerdings die Nachricht für die Erwachsenenmannschaften. Gerade dort, wo Spieler für ihren Aufwand – und das sind eben auch Trainings – entschädigt werden, sei das Problem für die Klubs absehbar. „Es gibt keine Spiele und die Vereine dürfen keine Feste abhalten. 90 Prozent der Einnahmequellen sind abgeschnitten, gleichzeitig wird aber trainiert. Das ist in diesem Zusammenhang ein finanzieller Drahtseilakt“, so Milletich, den Koglers Aussage, dass Bewerbsspiele im schlimmsten Fall erst möglich seien, wenn es eine Impfung oder wirksame Medikamente gegen das Coronavirus gebe, „beunruhigt“ habe.

Da allgemein bekannt ist, dass eine Impfung realistisch erst 2021 zu erwarten sei, würde das bedeuten, dass auch die Fußballmeisterschaft im Amateurbereich erst im kommenden Kalenderjahr wieder in Betrieb genommen werden könnte. Bittere Aussichten, findet auch der BFV-Boss: „Ich befürchte, dass sehr viele Vereine unter Druck geraten werden, weil sie dann auch keine Perspektive haben.“

„Diese Aussage hat mich beunruhigt.“ Burgenlands Fußballverbands-Präsident Gerhard Milletich über Sportminister Werner Koglers Ankündigung, dass Bewerbsspiele im schlimmsten Fall erst dann möglich seien, wenn es eine Impfung oder wirksame Medikamente gegen das Coronavirus gebe.