In 180 Sekunden zum SVM-Albtraum. So bitter kann ein Fußballspiel sein. Der SV Mattersburg bot in Wien über weite Strecken eine wirklich ansprechende und ambitionierte Leistung, muss aber trotzdem ohne einen Punkt wieder nach Hause. Zwei Tore innerhalb von zwei Minuten brachten die Veilchen in der Schlussviertelstunde doch noch auf die Siegerstraße und verhinderten ein perfektes Debüt von Klaus Schmidt.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 01. September 2018 (19:06)

Es hätte einfachere Aufgaben in Spiel eins der Ära Klaus Schmidt gegeben, als mit einem Auswärtsspiel bei der Austria zu starten. Weil die Auslosung aber eh nicht zu ändern ist und man bekanntlich mit der Aufgabe wachsen kann, schickte der Neo-Coach eine richtig gut eingestellte grün-weiße Mannschaft auf das Feld.

Die Folge: Von Beginn weg gelang es, die optisch leicht überlegene Austria nicht wirklich ins Spiel kommen zu lassen. Wenn die Veilchen dann doch vor das Gehäuse kamen, war Tormann Markus Kuster zu Stelle – etwa als er die größte Gelegenheit zunichte machte und einen Ball von Alon Turgeman parierte. Auch bei einem Kopfball von Bright Edomwonyi blieb er Sieger.

Auf der Gegenseite war es Alois Höller, der zweimal bei Gegenstößen zumindest zart anklopfte, ehe der SVM ernst machte. 33. Minute: Freistoß von Rene Renner, Austria-Schlussmann Patrick Pentz faustete den Ball weg, der kam flugs wieder retour in den Sechzehner, wo dann Jano per Drehschüsschen den Ball in die Ecke zum 0:1 rollte.

Mattersburg im Konter weiter gefährlicher

Und beinahe wäre es nach Wiederbeginn 0:2 gestanden, wenn die Burgenländer einen verheißungsvollen Konter optimal abgeschlossen hätten. Patrick Salomon zog in Minute 47 auf der linken Seite davon und brachte eine Flanke zur Mitte, wo Höller aus vollem Lauf aber verzog.

Bei einer guten Aktion von Andi Gruber wurde sein Abschluss noch geblockt, der SVMler reklamierte dabei Handspiel. Auch Michi Lercher, heute links im Mittelfeld aufgeboten, durfte nach Flanke von Salomon per Hechtkopfball sein Glück versuchen, konnte den Ball aber nicht gut setzen.

Austria? Kam eher zufällig gefährlich in die letzte Zone, so zum Beispiel, als Cesar Ortiz einen Ball von Alex Grünwald per Kopf querlegte und so Turgeman ins Spiel bachte. Höller konnte aber klären.

78., 79. – und plötzlich stand es 2:1

Und dann kamen sie doch noch, die ominösen 180 Sekunden, die das Spiel entscheidend zugunsten der Wiener drehen sollten. Erst tankte sich Edomwonyi im Sechzehner durch und kam im Zweikampf mit Thorsten Mahrer zu Fall – Referee Christopher Jäger entschied auf Strafstoß, den Lucas Venuto sicher verwandelte. Dann, nur eine Minute später, war wieder Edomwonyi aktiv dabei, als er Grünwald bediente, der ins Eck zum 2:1-Siegestreffer abschloss.

Es sollte letztlich beim für den SVM so bitteren Spielstand bleiben. Denn: Die Burgenländer konnten sich dadurch auch nicht für den betriebenen Aufwand belohnen. Nun folgt die Länderspielpause, ehe es dann am 16. September daheim gegen den LASK weitergeht.

Stimmen zum Spiel

Austria-Trainer Thomas Letsch: „Dass wir nicht unser bestes Spiel gemacht haben und auch glücklich waren, brauchen wir nicht zu beschönigen. Jetzt werden wir aber einmal in Ruhe analysieren.“

SVM-Trainer Klaus Schmidt: „Aufgrund des Spielverlaufs ist das natürlich sehr enttäuschend. Wir haben uns lange sehr, sehr gut präsentiert und haben einen hohen Aufwand betrieben. Nach dem Elfer hat die Austria ihre zweite Luft bekommen, wir konnten dann nicht mehr nachsetzen.“

AUSTRIA – MATTERSBURG 2:1 (0:1).- Torfolge: 0:1 (33.) Jano, 1:1 (78.) Venuto (Foulelfer), 2:1 (79.) Grünwald.

Gelb: Cuevas (31., Foul), Prokop (62., Unsportlichkeit); Salomon (58., Foul), Mahrer (76., Foul), Kuster (77., Unsportlichkeit), Höller (89., Foul), Lercher (92., Foul).

SR: Jäger.- Generali-Arena, 9.046.

Austria: Pentz; Klein, Madl, Schoissengeyr, Cuevas (58. Salamon); Ebner, Grünwald, Prokop, Matic (46. Monschein); Turgeman (64. Venuto), Edomwonyi.

Mattersburg: Kuster; Mahrer, Malic (82. Perlak), Ortiz; Höller, Hart (73. Erhardt), Jano, Salomon, Lercher; Gruber (69. Kvasina), Renner.