SVM: 0:1 der unglücklich(st)en Sorte. Mattersburg musste sich Rapid am Samstag knapp geschlagen geben. Ein Handstreffer von Stefan Schwab entschied das Spiel zu Gunsten der Hütteldorfer.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 30. September 2017 (19:58)
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MATTERSBURG – RAPID 0:1. Wäre Mattersburg gegen Rapid ein Roulette-Spiel gewesen, so lag die Kugel speziell vor der Pause stets goldrichtig für die Gäste aus Hütteldorf. Dreimal erzielte Mattersburg einen Treffer, alle drei Tore wurden wegen Abseits aberkannt - jeweils haarscharfe, aber auch korrekte Entscheidungen des Schiedsrichterteams. Einmal drückte Andreas Gruber den Ball über die Linie, ein weiteres Mal köpfelte Thorsten Mahrer ein, dann wieder sorgte eine Koproduktion Gruber/Patrick Bürger für ein vermeintliches Tor.

Spielerisch war Rapid da zwar weitgehend feldüberlegen – das änderte aber nichts daran, dass die Burgenländer trotzdem auch bei den oben beschriebenen Szenen gefährlich vor das Tor kamen. Das SVM-Pech, um Nuancen zu weit vorne zu sein, wurde dann beim Rapid-Führungstor quadriert. Minute 28: Gefährliche Aktion der Wiener über die linke Seite, Louis Schaub legte zurück, ehe der weggeschlagene Ball von Stefan Schwabs Arm in das Tor abprallte.

Referee Manuel Schüttengruber wertete den höchst umstrittenen Treffer als korrekt – und so stand es 0:1. Wenige Minuten zuvor hatte Mattersburg-Goalie Markus Kuster übrigens die Top-Chance der Gäste vereitelt, als er einen Bolingoli-Abschluss ins lange Eck mit den Fingersitzen entscheidend an der Stange vorbeilenkte. 

Nach Wiederbeginn präsentierte sich die Mannschaft von Gerald Baumgartner dann punkto Präsenz am Spielfeld offensiver ausgerichtet – ohne allerdings, so viel sei vorweggenommen, viele zwingenden Chancen herauszuarbeiten. Für Rapid wiederum öffneten sich dadurch mehr Räume. Beim SVM fand Rene Renner, der unbekümmert in den Strafraum vordrang, die Möglichkeit auf den Ausgleich vor. Auf der Gegenseite scheiterte der eingewechselte Philipp Schobesberger an Kuster, nach 70 Minuten schlenzte Stephan Auer nach toller Bolingoli-Vorarbeit den Ball ganz knapp am Tor vorbei – die bis dahin beste Gelegenheit in der zweiten Halbzeit. Kurz vor Schluss blieb Kuster dann im Duell mit Schobesberger noch Sieger. 

Letztlich konnten die Heimischen aber nicht mehr entscheidend zusetzen – so war die knappe Heimniederlage dann besiegelt.

STIMMEN

SVM-Präsident Martin Pucher: „Sowohl die Partie gegen Salzburg, als auch das Match gegen Rapid waren super Spiele von uns. Da gibt es keinen Vorwurf an die Mannschaft.“

SVM-Goalie Markus Kuster: „Es mag keine Absicht gewesen sein, aber es war einfach ein klares Handspiel. Ich weiß nicht, warum wir da benachteiligt werden, vielleicht weil wir ein kleiner Verein sind. Jetzt dürfen wir aber nicht die Köpfe hängen lassen und müssen einfach weitermachen.“

Andreas Gruber: „Es ist ärgerlich, wenn wir wieder durch die eine oder andere Fehlentscheidung in Rückstand geraten. Wir schießen drei Tore, von denen keines zählt. Da kann mit Glück auch einmal eines gelten. Nichtsdestotrotz war die Leistung in Ordnung. Wir sind zu einigen Torchancen gekommen, das war positiv.“

Nedeljko Malic: „Mir fehlen heute wieder einmal die Worte. Das ist sehr ärgerlich, weil die drei aberkannten Tore immer ganz knappe Szenen waren. Wir müssen jetzt einmal auch einen Sieg erzwingen.“

Trainerstatements

Mattersburg-Trainer Gerald Baumgartner: „Im Endeffekt haben wir wegen einem irregulären Tor verloren. Wenn du dann gegen Rapid mit 0:1 hinten liegst, musst du auch mehr aufmachen, dadurch konnte Rapid dann auch sehr schön kontern. Es ist einfach schade, dass das Schiedsrichterteam so ein klares Handspiel nicht gesehen hat.“

Rapid-Trainer Goran Djuricin: „Es tut mir leid für Mattersburg, aber ich kenne auch die andere Seite. Aufgrund der zweiten Halbzeit geht der Sieg in Ordnung. Heute hat der Glücklichere, aber auch der Bessere gewonnen.“

STATISTIK

MATTERSBURG - RAPID 0:1 (0:1).- Tor: 0:1 (28.) Schwab.

Gelb: Erhardt (40., Foul), Malic (85., Foul).

SR: Harkam.- Pappelstadion, 7.800.

Mattersburg: Kuster; Höller, Malic, Mahrer, Rath; Jano, Erhardt (86. Pink), Sittsam (72. Prevljak); Gruber (75. Fran Sanchez), Renner; Bürger.

Rapid: Strebinger; Auer, Hofmann, Galvao, Bolingoli; Ljubicic; Schaub (88. Sonnleitner), Murg, Schwab, Berisha (77. Prosenik); Kvilitaia (61. Schobesberger).