SVM lud Salzburg zum Siegen ein. Ein billiger Gegentreffer und zu wenig Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor waren die Zutaten einer zu erwartenden, aber in dieser Form durchaus unnötigen 0:3-Niederlage des SV Mattersburg gegen Meister Red Bull Salzburg.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 02. November 2019 (19:07)

Somit konnte sich Champions-League-Teilnehmer Salzburg vor dem Dienstags-Antritt in der Königsklasse bei Napoli im Schongang drei Punkte abholen.

Weil es der SV Mattersburg einerseits verabsäumte, die Bullen frühzeitig ins Wanken zu bringen. Bereits nach zwei Minuten fand Victor Olatunji nach einem per Kopf verlängerten Einwurf die Top-Chance auf die Führung vor, Goalie Carlos Coronel lenkte den Ball aber über die Latte.

Und weil die Heimischen andererseits dem Meister, der sich eine halbe Stunde lang gegen die gut gestaffelte Defensivreihe schwer tat und selbst wenig Akzente setzte, in Minute 33 die Führung praktisch schenkten. Tino Casali, der in der 15. Minute die bislang einzige Salzburger Chance noch hervorragend zunichte machte, konnte einen Kerzenball nicht bändigen, Patson Daka musste das wegspringende Runde nur noch einschieben – ein halbes Eigentor.

Acht Minuten später war es abermals Daka, der mit einem Traumschuss für das 0:2 sorgte. Den Ball servierte ihm davor allerdings Kapitän Nedeljko Malic per Kopf auf den Fuß. Dass er die Kugel dann so perfekt traf, ist freilich eine andere Geschichte.

Zu wenig SVM-Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor

Somit war das Duell bereits vorentschieden. Auch, weil die Burgenländer zu Beginn der zweiten Halbzeit erneut eine gute Gelegenheit auf einen raschen Torerfolg ausließen, als Andi Gruber  aus der Drehung über die Latte zielte.

Und die Grün-Weißen sollten noch lauter an einem Torerfolg anklopfen. Als nämlich Jano einen Eckball von Gruber per Kopf ins kurze Eck antrug und Coronel gerade noch klären konnte. Der Abpraller des darauffolgenden Corners landete bei Patrick Salomon, dessen Schuss knapp neben das Gehäuse ging. Und ein Schuss von Michi Lercher blieb gerade noch in der Salzburger Abwehr hängen.

Am Ende hieß es dann gar 0:3, weil Daka in der Nachspielzeit den Abpraller eines abgewehrten Schusses von Sekou Koita verwertete – ein Ergebnis, das aufgrund der Kräfteverhältnisse erwartet werden konnte, in dieser Form aus Sicht des SVM aber durchaus ärgerlich ist.

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STASTISTIK

MATTERSBURG – SALZBURG 0:3 (0:2).- Torfolge: 0:1 (33.) Daka, 0:2 (41.) Daka, 0:3 (93.) Daka.

Gelb: Mahrer (54., Foul).

SR: Ciochirca.- Pappelstadion, 2.900.

Mattersburg: Casali; Höller, Mahrer, Malic, Rath, Lercher; Jano, Erhardt (81. Kuen), Salomon; Gruber (75. Halper), Olatunji (46. Kvasina).

Salzburg: Coronel; Kristensen, Ramalho, Onguene, Wöhrer; Minamino (70. Koita), Mwepu, Junuzovic, Ashimeru (85. Okugawa); Hwang (46. Haland), Daka.

STIMMEN

Michael Lercher: „Abgesehen davon, dass wir uns die Tore selber geschossen haben, war es gar nicht so schlecht. Wir sind defensiv recht gut gestanden, Salzburg hatte deshalb wenig Lösungen. Ärgerlich, weil heute bei optimalem Spielverlauf mehr möglich gewesen wäre.“

Mattersburg-Trainer Franz Ponweiser: „Wir haben etwas umgestellt und wollten defensiv stabil stehen, das hat auch gut ausgesehen. Trotzdem waren wir zur Halbzeit 0:2 hinten, weil wir zwei eklatante Abwehrfehler gemacht haben. Die dürfen einfach nicht passieren. In der zweiten Halbzeit haben wir es trotz der Chancen nicht geschafft, den Anschluss oder gar den Ausgleich zu erzielen. Das ist sehr bitter für uns. Letztlich war es ein klarer Sieg für Salzburg, Gratulation.“

Derselbe, angesprochen auf die Abwehrfehler: „Wir bringen uns dadurch um die Früchte der Arbeit. Machen wir die Fehler so weiter, wird es schwierig. Dann können wir trainieren, was wir wollen.“

Salzburg-Trainer Jesse Marsch: „Der Matchplan des SV Mattersburg war nicht einfach für uns, auch nicht, um viele Chancen zu kreieren. Darum ist das 3:0 für uns auch super, jetzt geht der Kopf Richtung Spiel nach Neapel.“