Zu spät aufgewacht – SVM 1:2 bei der Austria. Mattersburg kassierte bei der Wiener Austria eine letztlich bittere Niederlage, weil die Mannschaft zu spät aktiv wurde und die am Ende stark wankenden Veilchen nicht mehr zum Umfallen bringen konnte.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 10. November 2019 (16:36)

Gäste-Trainer Franz Ponweiser beorderte nach zwei Spielen, in denen Tino Casali das Tor hütete, diesmal wieder Einsertormann Markus Kuster in die Startformation. Marko Kvasina kam statt des verletzten Andi Gruber zum Einsatz, Florian Hart verstärkte das Mittelfeld.

Und nach 28 Sekunden wären die Burgenländer beinahe in Führung gegangen, als Kvasina nur knapp verzog. Auf der Gegenseite dauerte es nur unwesentlich länger, als nach 1,19 Minuten Manprit Sarkaria nach Flanke von Christoph Monschein die Führung am Fuß hatte, allerdings über die Latte schoss.

Ein flotter Beginn, den jedoch die Austria besser für sich nutzen sollte. Denn die optisch überlegenen Veilchen gingen in der 14. Minute in Führung, als ein geklärter Eckball von Andi Kuens Kopf wieder in den Gefahrenbereich gelangte, dort Kvasina das Kopfballduell verlor und die Kugel zu Austria-Kapitän Alex Grünwald kam, der Kuster keine Chance ließ und zum 1:0 traf.

Generell taten die Wiener vor der Pause mehr für die Offensive. Einmal rettete Thorsten Mahrer vor dem durchbrechenden Monschein, dann traf Florian Klein (allerdings aus dem Abseits kommend) an die Lattenkreuz-Oberkante.

Mattersburg? Brauchte bis zur 30. Minute, ehe der schönste SVM-Angriff in der ersten Hälfte über Patrick Salomon und Philipp Erhardt vorgetragen wurde. Letzterer brachte Kvasina in Stellung, der allerdings an Austria-Schlussmann Ivan Lucic scheiterte.

Auf der Gegenseite verzog Sarkaria, Erik Palmer-Brown brachte den Ball nach einem Corner aus kurzer Distanz nicht im Tor unter, ehe  die Burgenländer kurz vor dem Pausenpfiff noch die große Ausgleichschance durch Jano vorfanden, der einen abgeblockten Schuss von Florian Hart aufs Tor brachte – Lucic war aber auf dem Posten.

Nächster SVM-Rückschlag kurz nach der Pause

Was auch immer sich die Grün-Weißen in der Halbzeit ausgedacht hatten, der Plan wurde keine fünf Minuten nach dem Anpfiff der zweiten Hälfte zunichte gemacht, als Thomas Ebner nach einem Eckball der Austria den Ball in den Rückraum serviert bekam und die Nummer 27 der Violetten aus rund elf Metern überlegt zum 2:0 verwertete.

Es war die vermeintliche Vorentscheidung, denn die Offensive der Mannschaft von Franz Ponweiser blieb nach dem zweiten Gegentor tendenziell farblos, obwohl der Chefcoach mit den Einwechslungen von Christoph Halper (für Alois Höller) und Patrick Bürger (für Philipp Erhardt) merklich höheres Risiko nahm.

Es dauerte bis zur 65. Minute, ehe Mattersburg dann doch das Zepter in die Hand nahm und sich die Austria mehr auf das Verwalten und auf schnelle Gegenstöße reduzierte. Da parierte Kuster einen Freistoß von Grünwald, vergab Monschein aus guter Position im Strafraum.

Neue Mattersburger Hoffnung und Austria-Rückzugsgefecht

Pech hatte der SVM in der 69. Minute, als Bürger eine Vorlage von Halper per Kopf zum 2:1 verwertete, das Schiedsrichterteam aber auf Abseits des Routiniers entschied.

Acht Minuten später klappte es dann, als Bürger seine ganze Erfahrung und seine Wucht vereinte und einen Eckball von Salomon per Kopf verwertete. Spätestens dieser Treffer gab den Burgenländern sichtlich neue Power. Die Austria hatte zu diesem Zeitpunkt das Spielen mehr oder weniger eingestellt, beschränkte sich fast nur noch auf das Verwalten und bettelte förmlich um den Ausgleich. Der SVM zog da ein Power-Play auf, das allerdings nicht mehr belohnt wurde. So brachte die Austria das 2:1 mit Ach und Krach über die Zeit.

Statistik

AUSTRIA - MATTERSBURG 2:1 (1:0).- Torfolge: 1:0 (14.) Grünwald, 2:0 (50.) Ebner, 2:1 (77.) Bürger.

Gelb: Madl (45., Foul), Edomwonyi (89., Unsportlichkeit), Grünwald (92., Foul); Salomon (28., Foul).

SR: Muckenhammer.- Generali Arena, 7.385.

Austria: Lucic; Klein, Palmer-Brown, Madl, Borkovic; Ebner, Jeggo (83. Serbest); Sax (79. Prokop), Grünwald, Sarkaria; Monschein (88. Edomwonyi).

Mattersburg: Kuster; Höller (55. Halper), Mahrer, Rath, Lercher; Jano, Erhardt (64. Bürger); Hart, Salomon, Kuen (84. Olatunji); Kvasina.

Stimmen

Christian Ilzer (Austria-Trainer): „Das war ein sehr wichtiger Sieg, der extrem gut tut. Über weite Strecken gesehen war es auch verdient.“

Franz Ponweiser (Mattersburg-Trainer): „Wir haben den Turnaround nicht geschafft. Das Spiel war sinnbildlich für unsere Situation. Wir haben die Gegentore aus zwei Standardsituationen erhalten, das ist extrem bitter. Auch wenn wir in der zweiten Hälfte noch versucht haben, das Ruder herumzureissen: Jetzt überwiegt einmal die große Enttäuschung.“

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