Ein Märchen ohne Happy-End für den USV Halbturn. Halbturns Christian Schneider feierte sein Comeback im Tor nach 24 Jahren.

Von Lukas Leier. Erstellt am 18. September 2020 (01:23)
Mit 46 Jahren hütete Christian Schneider das Gehäuse des USV Halbturn – sein erstes Meisterschaftsspiel wieder seit 24 Jahren.
zVg

Es war die Schocknachricht für den USV Halbturn, als sich Stammgoalie Rene Summer vor zwei Wochen die Rote Karte einfing. Nachdem man im Sommer trotz intensivster Bemühungen keinen richtigen Zweiergoalie finden konnte, war nicht klar, wer Summer gegen Neudorf ersetzen sollte. Nach vielen Anrufen und Umplanungen konnte man tatsächlich den bereits 46-jährigen Christian Schneider überreden, sich das erste Mal seit einer Ewigkeit in den Halbturner Kasten zu stellen.

„Ein Bekannter nahm sich extra für ihn frei“

„Es ist unglaublich, sein letzter Einsatz war, soweit wir wissen, im April 1996 gegen Tadten, damals noch in der Landesliga. Noch dazu ist gerade bei ihm Weinlese, ein Bekannter von ihm nahm sich extra frei, damit Christian für uns spielen kann“, so ein begeisterter Halbturn-Sektionsleiter Werner Hoffmann. Und beinahe wurde das Überraschungscomeback sogar mit einem Achtungserfolg gekrönt. 77 Minuten konnte Schneider – mit teils überragenden Paraden – die Null retten, doch dann schlug ausgerechnet einer mit Halbturner Wurzeln zu. Gazican Gencer traf gegen seinen Ex-Verein zum 1:0-Auswärtssieg. Als Zeichen der Dankbarkeit für die gemeinsamen Jahre verzichtete er auch auf einen Torjubel. „Es war wie ein Hollywood-Märchen, aber leider fehlte im Gegensatz zum Film das Happy-End. Besonders schade ist, dass uns ausgerechnet ein Ex-Spieler den Strich durch die Rechnung macht“, so Hoffmann. Der Einsatz von Christian Schneider könnte jedoch ein einmaliger sein, zukünftig soll Wolfgang Nekowitsch einspringen, falls Rene Summer ausfällt. Ein Jungspund mit 41 Jahren.