UFC Weiden pausiert 20/21. In der neuen Saison wird es beim UFC Weiden keinen Erwachsenenfußball geben. Dafür soll die Nachwuchsarbeit des Vereins weiter aufgebaut und verbessert werden.

Von Philipp Frank und Philipp Frank. Erstellt am 25. Juni 2020 (02:22)
Beim UFC Weiden wird in der kommenden Saison kein Erwachsenenfußball stattfinden, dafür soll der Nachwuchs aufzeigen.
Schneeweiß

Die jüngsten Gerüchte rund um den Fortbestand des UFC Weiden erhielten am vergangenen Sonntag mit einer Stellungnahme seitens der Vereinsführung eine offizielle Note. „Wir haben uns aus Mangel an Spielern und Funktionären entschlossen, in der kommenden Saison eine Verschnaufpause einzulegen“, berichtet Obmann Erich Ermler.

Konkret wird der UFC Weiden in der Saison 2020/2021 mit der Kampfmannschaft und Reserve nicht am Spielbetrieb teilnehmen. „Der Verein bleibt aber nach wie vor bestehen. Wir haben in den letzten zwei, drei Jahren vermehrt in die Nachwuchsarbeit investiert, das wollen wir auch weiterhin machen. Es ist leider im Moment schwer, Spieler, Funktionäre und Sponsoren zu finden.“

NSC-Manager Stranz: „Es war zu kurzfristig“

Zuletzt wurden auch immer wieder Gerüchte angeheizt, die eine Spielgemeinschaft mit dem UFC Podersdorf (1. Klasse Nord) oder der 1B des SC Neusiedl am See in Aussicht stellten. „Wir haben mit beiden Vereinen intensive Gespräche geführt, dafür wollen wir uns auch bedanken, waren uns allerdings bei einigen Punkten uneinig. Das hätten wir in der kurzen Zeit nicht lösen können – es wäre einfach nicht machbar gewesen“, so das Weidener Vereinsoberhaupt. Und auch Neusiedls Klubmanager Lukas Stranz stellte klar: „Wenn wir mehr Zeit gehabt hätten, wäre es wohl in eine andere Richtung gelaufen. Es war zu kurzfristig. Wir hatten drei Sitzungen und es werden sicherlich weitere Gespräche folgen. Die Tür ist nicht für immer zu – beide Vereine haben Interesse an einer gemeinsamen Lösung.“

Wie konkret die Personalprobleme in Weiden sind, erklärt Sektionsleiter Daniel Hareter – vom Kader wären nicht mehr viele Spieler übrig geblieben: „Wir hätten wohl nur mehr fünf oder sechs Kicker, die sich die Zeit für einen geregelten Meisterschaftsbetrieb nehmen würden und die auch Lust und Motivation gehabt hätten. In der Reserve hätten wir wohl zwischen acht und zwölf Spieler aufbringen können, aber da hätte ich die ganze Woche davor herumtelefonieren müssen.“

„Eine Kooperation mit einem anderen Verein wäre mir lieber als eine Stilllegung.“ Weidens Bürgermeister Wilhelm Schwartz würde lieber den Fußball am Sportplatz weiter rollen sehen

Die Entscheidung, ein Jahr zu pausieren, wurde auch der Gemeinde und dem Bürgermeister bekanntgegeben. Ermler: „Sie sehen unsere Situation ein, haben uns auch unterstützt, wo es ging. Letztlich hat man unseren Beschluss dann schweren Herzens akzeptiert.“ Warum, erklärt besagter Bürgermeister Wilhelm Schwartz (VP): „Eine Kooperation mit einem anderen Verein wäre mir lieber als eine Stilllegung. Den Spielbetrieb dann wieder anzukurbeln, ist sicherlich schwieriger. Die Kicker spielen ja in anderen Vereinen, zwar mit Weidener Pass, aber es ist nicht sicher, ob sie wieder zurückkommen. Die Entscheidung liege aber beim Vereinsvorstand, betont der Ortschef. Schwartz appelliert allerdings an diesen, noch einen Versuch zu starten, damit doch noch eine Spielerkooperation zustandekommt. Außerdem weist er auch auf die finanzielle Komponente hin: „Auslagen sind trotz Einstellung des Spielbetriebes für die Erwachsenen für die Pflege und Erhaltung des Fußballplatzes ja weiterhin da. Vielleicht ist es möglich, dafür Förderungen zu lukrieren.“

Am vergangenen Freitag gab es noch einen Infoabend am Sportplatz, zu dem nicht nur alle UFC-Mitglieder, sondern auch alle Weidener eingeladen waren. „Wir haben zu einer offenen Diskussion geladen und haben uns noch ein paar Impulse erhofft. Jeder konnte sich dabei zu Wort melden. Wir warten noch ein paar Tage ab, ob es vielleicht noch ein paar gute Ideen gibt. Wenn nicht, dann werden wir dem Burgenländischen Fußballverband schriftlich unseren Rückzug für die kommende Saison mitteilen“, gab Obmann Erich Ermler bekannt.

Trainer Slosarek sucht neue Herausforderung

In diesem Fall würde man den eigenen Spielern dann die kostenlose Freigabe für ein Jahr leihweise geben. „Da würden wir den Kickern keine Steine in den Weg legen, dann dürften sie für ein Jahr für einen anderen Verein spielen. Mit Ausblick auf die Saison 2021/2022 sollen sie aber wieder für uns auflaufen“, ist Daniel Hareter der mittelfristige Blick wichtig, um personelle Perspektiven zu haben.

Denn ein großer Knackpunkt war und ist wohl die dünne Personaldecke beim UFC. Die Nachwuchstalente, die für die Kampfmannschaft oder Reserve in Frage kommen, werden erst in ein paar Jahren soweit sein. Hareter: „Wir haben aktuell in der U14 (Anm.: Spielgemeinschaft mit Zurndorf) nur zwei Talente aus Weiden. In der U16 kickt ein Youngster schon ewig in Neusiedl und gehört auch dem NSC. Wir stellen Teams im U12-, U9- und U7-Bewerb.“

Auch Trainer Peter Slosarek wurde schon informiert, dass die Zusammenarbeit beendet ist. „Schade, dass es so gekommen ist. Der Verein hat mich immer auf dem Laufenden gehalten. Ich denke, dass es bei vielen Vereinen Probleme geben wird und die Verbände machen es den Klubs nicht leichter. Ich bin auf alle Fälle bereit für eine neue Herausforderung. Mir hat die Corona-Pause gereicht“, schmunzelt der Ex-Coach.

Trotz der Pause des Meisterschaftsbetriebs bei den Erwachsenen wollen Erich Ermler und sein Team aber auch in den kommenden Jahren weiterhin aktiv bleiben – und etwa traditionellen Feste veranstalten. „Ich denke, dass wir ungefähr 80 Prozent der Veranstaltungen in Weiden organisieren und auch einiges zum Vereinsleben im Ort beitragen. Das werden wir auch nach wie vor machen.“