Illmitz gegen Apetlon: Letzter Tanz am Classico. Illmitz gegen Apetlon, da ist stets Zündstoff drinnen. Jetzt muss man sich darauf einstellen, dass es das Derby 2019/20 nicht gibt. In Andau steigt indessen die Hoffnung.

Von Martin Plattensteiner. Erstellt am 22. Mai 2019 (02:56)
Andaus Neo-Trainer Martin Cestnik berät Spieler Manuel Schopf.
BVZ

So wie es aussieht, werden die Fußballfans im Seewinkel zumindest in der kommenden Saison auf das Spiel der Spiele verzichten müssen. Das „Classico“ (angelehnt an den spanischen Schlager zwischen Barcelona und Real Madrid) wird nach dem voraussichtlichen Abstieg der Illmitzer eine Pause machen müssen.

Das Hemd ist jedem näher als der Rock

„Irgendwie tut es mir auch leid“, meinte Apetlons Trainer Ernst Horvath, nachdem sein Team dem Nachbarn auswärts mit 1:0 den vermeintlichen Todesstoß versetzt hatte. „Bei dieser Tabellensituation muss jeder zuerst an sich denken.“ Auch Hausherren-Trainer Bernhard Rainprecht, der erst kurz vor dem Rückrundenauftrag das Himmelfahrtskommando, den damals wie heute Vorletzten, zu retten, annahm, zeigt sich realistisch: „Zu 90 Prozent sind wir unten. Sollten wir alle drei restlichen Partien gewinnen, müsste einer der Konkurrenten öfter umfallen.“ Bei fünf Punkten Rückstand auf den rettenden Platz könnten die Ilmitzer noch auf 32 Punkte kommen. Indessen will man die Weichen für die Zukunft stellen: Vorstand, Spieler und Betreuer sollen einem ordentlichen „Facelifting“ unterzogen werden.

Ein Team, das mitten dabei ist, den Kopf aus der drohenden Schlinge zu ziehen, ist Andau. Mit zwei Siegen in Serie hat man das rettende Ufer einmal erreicht. Um das Projekt Klassenerhalt erfolgreich zu vervollständigen, löste Martin Cestnik Martin Kaintz als Trainer ab. Cestnik sieht sein Engagement über die Saison hinaus: „Ich nehme nicht an, dass der Verein für nur vier Spiele einen Trainer verpflichten wollte.“ Beim 1:0 über Kittsee coachten noch Philipp Pelzer und Marcel Schopf (Hannes Unger gab sein Spieler-Comeback), beim 2:1-Erfolg in Andau stand schon der neue Mann an der Linie. „Kein optimaler Zustand, alleine schon vom Körperlichen her“, beschreibt Cestnik die Situation. „Aber wir machen das schon.“