Kurioser Abschied vom Trainer in Apetlon

Der Trainerwechsel in Apetlon fällt in die Kategorie „ungewöhnlich“ – ein Situationsbericht.

Martin Plattensteiner
Martin Plattensteiner Erstellt am 16. September 2021 | 01:13
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Franz Viertel kennt das Umfeld beim SC Apetlon schon von seinem ersten Engagement.
Foto: Schneeweiß

Die Talfahrt ist augenscheinlich. Nach dem 1:0-Auftaktsieg über Kittsee gab es in Summe sechs Niederlagen – nicht einmal ein Tor wurde mehr erzielt. Am Mittwoch der Vorwoche kam es zur Trennung von Trainer Ernst Horvath. Diese hatte aber keine sportlichen Gründe. „Der Trainer hatte diesbezüglich unsere Rückendeckung“, erklärt Obmann Josef Koppi. Also lag doch mehr dahinter: Nämlich die Tatsache, dass Horvath der Mannschaft die Woche vor dem spielfreien Wochenende (Runde 9, 25./26. September) frei geben wollte. Jedoch aber auch mit einem persönlichen Hintergrund – der Coach fährt in dieser Zeit selbst auf Urlaub. „Das Team ist ausgebrannt und leer. Ich aber auch“, kommentiert Horvath. „Ich hätte da lieber dreimal mit 15 Kickern trainiert als fünfmal mit nur 10 Spielern. Weg vom Druck, weg vom Stress.“

Bei Koppi stieß dies auf wenig Verständnis. „Wir können das nicht akzeptieren, welcher Trainer fährt mitten in der Meisterschaft auf Urlaub?“, so der Obmann. „Zudem in einer Situation wie dieser.“ Beide Seiten betonten aber nach der Trennung, dass es sehr tolle dreieinhalb gemeinsame Jahre waren. „Wir bedanken uns bei ihm für die schöne Zeit“, heißt es von Apetloner Seite. „Den Verein werde ich immer lieben“, legt Horvath noch eins drauf.

Pikanterweise hatte Horvath bei der Trennung schon ein Ass im Ärmel, Frauenkirchen stellte den Kontakt – via der Brucker Spieler Ronny Weigl und Roman Weidinger – her. Bereits an besagtem Mittwoch sagte Horvath in Frauenkirchen zu. Den besagten Urlaub wird er übrigens auch als Coach seines neuen Vereins antreten. Gebucht ist gebucht …

Franz Viertl kommt fünf vor zwölf

In Apetlon übernahm interimistisch Jugendleiter Thomas Haider das Training. Bereits gestern, Mittwoch, wurde aber der neue Coach vorgestellt. Franz Viertl (er war bereits vor zehn Jahren einmal beim Klub) soll den freien Fall stoppen. „Ich sehe es nicht als Himmelfahrtskommando, denn die Erwartungen können in dieser Situation nicht die höchsten sein“, so der Neo-Coach, der die Truppe erst einmal näher kennenlernen will. „Vielleicht kann man das eine oder andere bis zur Winterpause verändern und einige Punkte einfahren. Gut möglich ist auch, dass ein paar junge Spieler über sich hinauswachsen.“

Schwer wird es in Gattendorf am Samstag um 16 Uhr auf jeden Fall. Denn zwei Kicker fehlen zusätzlich: Sowohl Karim Nabout als auch Kevin Scheiblhofer müssen ihre Ampelkarten-Sperren absitzen.