Obmann platzte Kragen: Nachbarn tauschten Verteidiger. Apetlons Filip Kutaj wollte mehr Geld. Da war für Obmann Josef Koppi das Fass übergelaufen. Kutaj ging ... und fand "ums Eck" eine neue Heimat.

Von Martin Plattensteiner. Erstellt am 17. Juli 2020 (02:51)
Martin Privrel soll der Apetloner Abwehr Stabilität verleihen.
BVZ

Rein vom sportlichen Aspekt her gesehen ist der Slowake Filip Kutaj einer der besten Innenverteidiger der Liga. Kopfballstark, antrittsschnell, kompromisslos und im Einleiten von Angriffen mit einem idealen Auge und einem sanften „Pratscherl“ ausgestattet. Doch hinter den Kulissen rumorte es schon öfter.

Obmann Koppi platzte nun endgültig der Kragen

Kutajs Trainingseinsatz ließ zu wünschen übrig. So soll er die Fahrgemeinschaft mit den Legionärskollegen nicht nur einmal in Stich gelassen haben – war einfach nicht zum Treffpunkt erschienen. Auch seine Wehwehchen und Verletzungen unter der Woche wurden langsam, aber doch, etwas unglaubwürdig. Doch – solange die Leistung am Platz passte, sah man in der Mannschaft kulant über Ausreden hinweg.

Jetzt platzte Obmann Josef Koppi allerdings endgültig der Kragen. „Wir sind einer der wenigen Vereine, wo die Spieler trotz Corona nicht weniger als davor verdienen“, so der Apetloner Vereinsmacher. „Da wollte er tatsächlich von einem Tag auf den anderen mehr verlangen.“ Gerüchten zufolge handelt es sich um einen dreistelligen Betrag zum Fixum dazu.

„Jetzt ist der Ofen endgültig aus“, so der enttäuschte Koppi. Kutaj musste gehen – aber nicht weit. Nachbar Illmitz schnappte das Häppchen. Insider munkeln aber, dass er dort sicherlich nicht die Summe bekommen könne, die er sich vorgestellt hatte.

Nichtsdestotrotz – die Apetloner handelten rasch und holten aus St. Margarethen Martin Privrel als Ersatz. Der 24-Jährige gilt als Lauf- und Kampfmaschine, soll der Abwehr die notwendige Stabilität geben. Denn diese wird dort nicht nur nach dem Kutaj-Abgang dringend benötigt. Eigenbauspieler Julian Thaler möchte sich mehr auf sein Masters-Studium sowie aufs Private konzentrieren, hängt die Packler an den Nagel.

Da kommt es Trainer Ernst Horvath gerade recht, dass Lukas Zirngast nach rund eineinhalb Jahren ein Comeback feiern will. Als Student war er bei einem Weingut beschäftigt, die Verkostungen und Präsentationen des Golser Tröpferls fanden oft am Wochenende statt. Nun ist das Studium fertig, im September startet Zirngast als Lehrer am Gymnasium in Bruck/Leitha.

„Wir versuchen es einmal für die Hinrunde“, erläutert Koppi. „Wenn er fit ist und wieder voll im Saft steht, ist er sicherlich eine Verstärkung.“