Saison forderte öfters den Griff in die Trickkiste. Öfter als erwünscht war Not am Mann, manch Trainer musste bei der Aufstellung zaubern. Corona machte den Betreuern einige Male einen Strich durch die Rechnung.

Von Martin Plattensteiner. Erstellt am 21. November 2020 (02:11)
Beim SC Kittsee musste Sektionsleiter Markus „Stix“ Roth mit 45 Jahren einspringen.
Plattensteiner

Corona, Quarantäne, Verletzungen, Sperren – so manche Trainer mussten aufgrund des Personalmangels auch in die Trickkiste greifen. Deutsch Jahrndorfs Coach Rene Hoffmann reaktivierte unter anderem Michael Klein, saß selber als Spieler auf der Bank (beim 1:2 in Apetlon, wo sich Pechvogel Christian Stekovics bei seinem Comeback wieder verletzte). Die Offensive war ein laues Lüfterl, in den nur sieben ausgetragenen Spielen erzielte man bescheidene fünf Tore. Mit Christoph Drobela, Andrej Michelik oder Milan Losonci kamen Akteure zu Einsätzen, mit denen man bei den ASVlern eigentlich nicht mehr gerechnet hatte. Bei der Kittseer 2:4-Niederlage in Gattendorf wurde Sektionsleiter Markus „Stix“ Roth mit seinen 45 Lenzen eingewechselt. Ersatztormann Peter Barinec hatte in dieser Partie als Feldspieler begonnen, musste aber nach 18 Minuten verletzt raus.

„Eiskaltes Wasser“ für Nachwuchshoffnungen

Apetlons Trainer Ernst Horvath musste die Abwehr komplett umbauen. Knapp vor dem Ende der Sommertransferzeit sprang Filip Kutaj ab (nach Illmitz), Julian Thaler hängte die Packler an den Nagel, Bruder André war alles andere als topfit. So übernahm Horst Scheiblhofer die Chefrolle in der Defensive, die Neuzugänge Alex Lauk und Martin Privrel mussten so flott als möglich integriert werden. Bei Comebacker Lukas Zirngast verließ man sich auf dessen Routine und Technik.

Für Pamhagens Chefcoach Hans Thüringer war es keine Neuigkeit, dass zu Spitzenzeiten fast eine komplette Mannschaft verletzt fehlte. Aufgrund des starken Unterbaus mit vielen jungen, willigen Reservespielern kam man in keine Personalnöte. „Die Jungen einbauen und fördern – das macht man eigentlich dann, wenn man in der Erfolgsspur ist“, so Thüringer.

Das kalte Wasser, in welches der eine oder andere Youngster springen musste, war zwischenzeitlich schon eiskalt. Vier Punkte aus den beiden letzten Partien waren aber der Lohn dafür, nicht vom Eigenbau-Weg abgekommen zu sein.