Fuhrmanns im EURO-Fieber. Lisa Fuhrmann möchte ihrem Namen in Deutschland einmal mehr alle Ehre machen.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 17. Juli 2021 (01:26)
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Vorfreudig. Lisa Fuhrmann greift bei der Europameisterschaft wieder an.
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Nach langer Wettkampfpause hat das Warten für U18-Welt- und Europameisterin Lisa Fuhrmann am Samstag ein Ende. Die 19-Jährige tritt erstmals seit Februar 2020 wieder bei einem internationalen Großereignis an. Die Reise führt sie diesmal nach Deutschland ins hessische Maintal. Auf dem Programm stehen die Europameisterschaften der Allgemeinen Klasse in den Disziplinen Duo Classic, Duo Show, Fighting und Ne waza.

Überraschung möglich, aber kein Druck

Für die Kämpferin des JJC „Vila Vita Pannonia“ Wallern wird das Turnier vor allem eine Standortbestimmung sein, denn der Sport hatte in ihrem Leben zuletzt nicht oberste Priorität: Bis Mai verschrieb sie sich vorrangig dem Ziel Matura. Die Rechnung ging auf, letztendlich schloss sie die finalen Prüfungen ihrer Schulkarriere mit gutem Erfolg ab und hat den Kopf nun wieder frei für die kommenden sportlichen Herausforderungen.

Angesichts der lernbedingten Trainingslücke macht sie sich für die Wettkämpfe aber keinen Druck, bei ihrem ersten Antritt in der Allgemeinen Klasse muss sie sich an die starke Konkurrenz erst einmal herantasten. Vater Ferdinand Fuhrmann, einst selbst erfolgreicher Kämpfer und Trainer und heute Obmann des JJC Wallern, will seiner Tochter die Latte daher nicht zu hoch legen, fügt aber an: „Sie ist immer gut für eine Überraschung, bei den Hamburg Open im Februar 2020 konnte sie schon einmal die Weltranglistenzweite unerwartet besiegen. Wenn sie einen guten Tag hat, kann sie die Top-Fünf erreichen.“

Für seine ältere Tochter Anna liegen derartige Spitzenresultate im Moment noch in weiter Ferne. Nach ihrer im Jänner erlittenen Kreuzbandverletzung kommt die EM für die 22-Jährige noch zu früh, sie arbeitet derzeit mit leichtem Training darauf hin, wieder schmerzfrei zu werden. Den Auftritt ihrer Schwester in Deutschland wird sie sich aber dennoch nicht entgehen lassen und Nationaltrainerin Marion Tremel unterstützend zur Seite stehen.

Livestream statt Live-Gefühl

Weil das Turnier in Maintal nur unter strengen Covid-Auflagen stattfinden kann, werden die Wettkämpfe in der Judo-Arena ohne Zuschauer über die Bühne gehen. Ferdinand Fuhrmann kann das Debüt seiner Tochter in der Allgemeinen Klasse daher nicht vor Ort mitverfolgen, wird ihr aber dank des Livestreams, der übrigens auch auf der Facebook-Seite des JJC Wallern zu sehen sein wird, zumindest aus der Ferne die Daumen drücken. Bleibt zu hoffen, dass die Familie gemeinsam einen erfolgreichen Wettkampf bejubeln kann, wenn Vater Ferdinand seine Töchter in der Heimat wieder in Empfang nimmt.