Dominik Horvath ist zurück am Brett. Nach langer Corona-Zwangspause stand für Dominik Horvath in Tschechien das erste große Event am Kalender.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 16. Juli 2021 (01:24)
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Riesentalent. Dominik Horvath (Mitte) aus Eisenstadt sicherte sich in Budweis beim Großmeister-Rundenturnier den Sieg vor dem Deutschen Igor Khenkin und Hlifar Hannes Stefansson aus Island.
zVg, zVg

Der 17-jährige Dominik Horvath aus Eisenstadt gilt als eines der größten Schachtalente Österreich, wenn nicht sogar Europas. Diesen Ruf bestätigte der Internationale Meister von Bundesligist SV Pamhagen am Wochenende beim ersten Einsatz nach langer Abwesenheit vom Brett, das bekanntlich die Welt bedeutet. Beim Großmeister-Turnier in Tschechien stach Horvath die – altersbedingt wesentlich routiniertere – Konkurrenz aus höherrangigen Spielern mit ELO-Wertungen jenseits der 2.500 aus und sicherte sich den Turniersieg.

Die Coronazeit habe er für intensives Training genutzt, nun habe er schon darauf gebrannt sich wieder auf Turnierebene zu versuchen. Der im Turnier als Nummer fünf gesetzte Horvath schätzt seine Form aktuell als solide ein, „ich habe mich sehr sicher gefühlt.“

Großmeister-Norm um halben Punkt verpasst

Gegen neun starke internationale Konkurrenten setzte er sich schließlich mit sechs von neun möglichen Punkten – mit einer Niederlage, vier Remis und vier Siegen – durch. Beim Rundenturnier gewann er schließlich vor dem Deutschen Igor Khenkin und Hlifar Hannes Stefansson aus Island.

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es dennoch: „Aktuell bin ich IM (Anm.: Internationaler Meister), der zweithöchste Titel im Schach. Um GM (Anm.: Großmeister) zu werden, muss man bei drei starken Turnieren eine gewisse Anzahl von Punkten erreichen. Bei diesem Turnier wäre die GM-Norm bei 6,5 Punkten gelegen. Ich habe aber nur sechs Punkte geschafft“, erzählt Horvath nach dem Turniersieg mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Der jüngste Internationale Meister in Österreichs Schachgeschichte (bereits als U16-Spieler) hat für sein letztes Jahr als Jugendspieler nämlich noch ein großes Ziel: „Trotz der langen Coronapause heuer noch den Großmeistertitel zu erreichen.“

Die nächste Chance die GM-Norm in Angriff zu nehmen, hat der Eisenstädter bereits kommende Woche bei einem Turnier in Budapest. „Außerdem spiele ich voraussichtlich Ende August die Europameisterschaft der Allgemeinen Klasse in Reykjavik“, so Horvath vorfreudig.