Ausgehungerte Kicker auch in der 2. Liga Nord. Apetlon startete schon am Samstag. In Pamhagen kamen stolze 26 (!) Kicker zum Training – auf Distanz. Auch in Gattendorf und Mönchhof wurde bereits trainiert,

Von Martin Plattensteiner. Erstellt am 23. Mai 2020 (03:44)

In der Tabelle der abgebrochenen Meisterschaft liegen (lagen) die Apetloner am dritten Platz. Bei der Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes (wie erlaubt bislang mit Sicherheitsabstand) waren sie aber die Ersten, die sich auf den Rasen wagten.

Am Samstag, 16 Uhr war es soweit: Trainer Ernst Horvath und Sektionsleiter Patrick Wulkersdorfer begrüßten 13 Kicker aus Kampf- und Reservemannschaft. „Technik zum Aufwärmen, Laufen mit Ball sowie Passübungen“, beschreibt der Coach das Programm.

„Zum Schluss bekam der Tormann ordentlich etwas zu tun.“ Eine gute halbe Stunde flogen Philipp Velich die Kugeln um die Ohren. Spaß hat’s gemacht, deshalb wird in den kommenden Wochen am Freitag trainiert. „Samstag sehen sich nämlich alle die Deutsche Bundesliga an“, so Horvath augenzwinkernd.

Rekord-Teilnehmer beim UFC Pamhagen

Am Montag zogen sowohl Gattendorf als auch Pamhagen mit dem Training nach. Dabei schossen die UFCler eindeutig den Vogel ab. Trainer Hans Thüringer benötigte drei Assistenten, um die 24 Feldspieler und zwei Torhüter zu beschäftigen. Scheinbar waren alle Kicker durch die fußballlose Zeit ex-trem ausgehungert.

Auch in Gattendorf war ordentlich was los. Coach Didi Bader begrüßte 17 Akteure, drei hatten sich entschuldigt, wollen aber beim nächsten Training dabei sein. Festzuhalten gilt, dass bei allen Mannschaften die Legionäre – aufgrund der verschärften Reisebedingungen – fehlten.

Am Dienstag war es dann beim SK Pama und in Mönchhof soweit. „Wir werden einmal die Bereitschaft der Spieler abklären“, meint SK-Cheftrainer Karl Prügger. „25 haben ihr Interesse bekundet, mal sehen, ob die Euphorie so groß bleibt.“ Gemeinsam mit Co-Trainer Oskar Preis und Tormannbetreuer Leo Weichselbaumer konnten drei Gruppen gebildet werden. Prügger, durch seine violette Austria-Vergangenheit ein voller Technik-Freak, ließ seine Kicker jonglieren und Ziel-Schießen. „Der eine oder andere wird noch staunen, wie oft er dann gaberln kann.“

In Mönchhof erhielt Trainer Walter Karner Unterstützung von U23-Coach Hans Peter Waba und Routinier Theo Koch. Geplant ist, im Dienstag-Freitag-Rhythmus Übungseinheiten abzuhalten. „Das Trainieren ohne Ball war schon langweilig“, meint Koch, der mitunter auch die Rückmeldungen der Running-Apps der Spieler kontrolliert hat. „Zuerst hat man neun Wochen Vorbereitung, dann freut man sich auf den Ligastart und dann muss man zwei Monate lang laufen gehen. Das war echt grauenvoll.“ Auch die Legionäre halten sich perfekt in Schuss. So soll Michal Sojka in der Slowakei mit seinem Stammverein mittrainieren, Ladislav ist fünfmal pro Woche mit einem befreundeten Cross-Fit-Trainer unterwegs. Koch selber – er wird im Herbst 37 Lenze – kann sich vorstellen, das eine oder andere Jahr noch dranzuhängen. „Ich fühle mich gut, bin verletzungsfrei.“ Als Innenverteidiger spielt er quasi einen „alten Stopper oder Libero“, teilt die Jungen ein. „Kollege Michal Hambalek ist nicht so wortgewandt, da dirigiere ich eben von der Abwehr aus.“ Während Trainer Walter Karner den Transfer von Sebastian Protiwa noch nicht bestätigen wollte, kam derweil das „Ja“ aus Neusiedl.