Kroatisch Minihof-Obmann: „Entscheidung war falsch“

Erstellt am 03. Oktober 2022 | 00:46
Lesezeit: 3 Min
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Norbert Darabos ist einer jener Funktionäre, die gegen den Ausschluss von Ernst Wild gestimmt haben.
Foto: BVZ
Kroatisch Minihof-Obmann Norbert Darabos findet den durch die außerordentliche Hauptversammlung des BFV bestätigten Ausschluss von Gruppe Mitte-Vizepräsident Ernst Wild aus dem Vorstand des Verbands nicht gerechtfertigt – und steht dazu.
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Vergangene Woche bestätigten 43 der 80 anwesenden Vereinsvertreter bei der eigens dafür einberufenen außerordentlichen Hauptversammlung den vom BFV-Vorstand per Umlaufbeschluss ausgesprochenen Ausschluss von Vizepräsident Ernst Wild aus dem Verbands-Führungsgremium. Dieser war bekanntlich wegen der Verletzung der Meldepflicht in Bezug auf mögliche Spielmanipulation vom ÖFB im Sommer gesperrt worden, weil er im Herbst 2021 Gerüchte in diese Richtung hörte, ein Protokoll davon erstellte und das aber nur seinem Anwalt übermittelte, nicht aber den Verbänden. Der BFV reagierte in weiterer Folge und schloss Wild mit dem Verweis auf „unehrenhaftes Verhalten“ als Vizepräsident aus dem Vorstand aus.

Einer, der dieses Vorgehen nicht nachvollziehen konnte und deshalb auch bei der außerordentlichen Hauptversammlung nicht für den Ausschluss stimmte, ist Norbert Darabos. Der ehemalige Sportminister und Obmann des SC Kroatisch Minihof bezog bereits bei der Versammlung klar Stellung und steht nach wie vor dazu. Er sagt: „Ernst Wild wurde wegen der Verletzung der Meldepflicht verurteilt und hat auch seine Strafe abgesessen. Mir geht es aber um die Frage, ob es sich hier um unehrenhaftes Verhalten handelt. Da sage ich: Nein.“

Auch bei der Gegenüberstellung des Vergehens mit dem langjährigen Einsatz als ehrenamtlicher Funktionär kommt Darabos durch die Entscheidung nicht ins emotionale Gleichgewicht. „In Wahrheit müssen wir froh sein, dass wir Leute haben, die sich das alles noch antun. Wenn wir so mit unseren Funktionären umgehen, weiß ich nicht, wie es weitergeht. Tagtäglich kämpfen wir darum, dass unsere Vereine gut weiterexistieren. Zudem hat Ernst Wild die Gerüchte protokolliert, was andere vielleicht gar nicht tun. Ich finde es überbordend, ihn auszuschließen. Die Entscheidung war aus meiner Sicht falsch, darum bin ich auch dafür, dass er pardoniert wird.“

Offensichtlich waren auch andere Kollegen von Darabos ähnlicher Meinung, weshalb das Ergebnis tendenziell knapp war. Die geforderte Zurücknahme durch die Mitglieder der außerordentlichen Hauptversammlung gelang aber letztlich doch nicht.