Klubbosse plagen zahlreiche Sorgen. Die Vereine im Bezirk Oberpullendorf erwarten Lockerungen, doch viele Fragen sind noch offen. Vor allem Einnahmen fehlen den Klubs aktuell.

Von Alfred Wagentristl. Erstellt am 07. März 2021 (02:11)
Stillstand: Weiterhin müssen im Fußball-Unterhaus, wie hier in Wiesen, die Türen geschlossen bleiben. Das schlägt aufs Gemüt und auf die Finanzen.
BVZ

Seit vielen Monaten gibt’s für die Fußballvereine keine oder kaum Einnahmen. Seitens der Regierung kommen wenig Signale, dass die Verantwortlichen demnächst mit Spielen und Zuschauern planen können. Im Zuge dieses Dilemmas hört man seitens der Klubs auch immer wieder, dass sich eine gewisse „Funktionärsmüdigkeit“ breit macht. Ebenso verlieren einige Fußballer mittlerweile die Freude am Heimtraining und denken laut über eine Fortsetzung der Fußballerkarriere nach. Oft sind das zwar keine Kaderspieler beziehungsweise nur Ergänzungsspieler, doch diese sind für die Klubs nicht zuletzt für den Reservebetrieb meist unverzichtbar. Wir haben uns bei einigen Klubs in der Klasse umgehört, wie es um die erwähnten Problempunkte steht.

Mark Hergovits, Sportlicher Leiter von Tabellenführer SV Antau, hofft nachvollziehbarerweise auf Fortsetzung sowohl im Kampfmannschafts- als auch im Reservebetrieb: „Wir sind mit beiden Mannschaften vorne dabei und wünschen einen baldigen Start. Wenn die Hinrunde ohne Zuschauer fertiggespielt werden müsste, wäre das hart, aber das würden wir in Kauf nehmen. In weiterer Folge ohne Zuschauer zu spielen, wäre für uns klarerweise die Hölle. Unser Verein lebt von den Einnahmen aus der Kantine. Wir haben keine größeren Sponsoren und brauchen unsere Fans, um einen vernünftigen Spielbetrieb aufrechterhalten zu können.“

„Ganzer Ort würde sich über Fußball freuen“

SC Unterpullendorf-Präsident Wolfgang Steirer, der mit seinem Verein ebenfalls auf Aufstiegskurs liegt, sehnt den Start auch herbei: „Wir sind verständlicherweise sehr motiviert und auch fleißig. Die Spieler spulen jede Menge Kilometer in Laufschuhen herunter. Der ganze Ort würde sich freuen, wenn es wieder Betreib am Sportplatz gäbe. Ohne Zuschauer den normalen Meisterschaftsbetrieb fortzusetzen, wäre nur denkbar, wenn eine entsprechende finanzielle Entschädigung in Richtung der Vereine fließen würde.“

Auch aus Mannersdorf vernimmt man absoluten Widerstand, an einem Spielbetrieb ohne Zuschauer teilnehmen zu wollen. „Die drei ausstehenden Spiele können wir eventuell ohne Zuschauer spielen, um die Hinrunde abzuschließen aber alles, was darüber hinausgeht, sprich ein Spielbetrieb ohne Zuschauer, kommt für uns nicht in Frage“, meint Mannersdorfs Sportlicher Leiter Ralph Supper zum Thema Geisterspiele. Funktionärsmüdigkeit, aufgrund der Corona-Unterbrechung, kann der Mannersdorfer keine feststellen: „Im Gegenteil, bei uns sind alle extrem motiviert und es finden sich immer wieder viele helfende Hände, um Sanierungsarbeiten am Sportplatz durchzuführen.

SC Unterfrauenhaids Neo-Obmann Norbert Hoffmann sieht die Sache relativ entspannt: „Wir können uns vorstellen, die Hinrunde auch ohne Zuschauer zu beenden – oder auch mit einer begrenzten Anzahl an Leuten. Wir haben uns zuletzt mit den Covid-Bestimmungen am Platz viel Mühe gegeben und werden das wieder tun. Im Grunde sind alle Spieler und Funktionäre in abwartender Stellung und brennen auf das hoffentlich bald erteilte ‚grüne Licht‘ seitens der Regierung.“

Auch auf Spielerseite merkt man keinen Abfall der Lust Fußball zu spielen, „die Burschen können es nicht erwarten.“ Wiesen-Boss Roman Pinter beschreibt die Situation schlichtweg mit „tragisch“ und merkt unmissverständlich an, dass ein Meisterschaftsbetrieb ohne Zuschauer für den SC Wiesen auf keinen Fall in Frage kommt. Personell habe der SCW laut Pinter keine Probleme: „Wir haben jede Menge junger Kicker, die darauf brennen, dass es weitergeht. Sowohl der Kampfmannschaftsbetrieb als auch die Reserve sind da nicht gefährdet.“