Förderung soll Vereinen in der Coronakrise helfen. Die Corona-Krise bringt sportlich Pause und wirtschaftlich Probleme. Hilfe soll kommen, aber reicht das?

Von Patrick Bauer. Erstellt am 04. April 2020 (04:04)
Stillstand. Am sonst bei Meisterschaftsspielen so gut besuchten Sportplatz in Oberloisdorf herrscht, wie überall anders auch, gähnende Leere. Die sportliche Pause zehrt auch an den finanziellen Mitteln der Vereine, denn Einnahmen gibt es seit Mitte März keine mehr.
Didi

Mittlerweile ist die dritte Woche, in der kaum mehr etwas normal ist, vorüber. Im Fußballbetrieb heißt das wegen des Coronavirus und den Maßnahmen der österreichischen Bundesregierung schlicht und ergreifend: Stillstand. Trainiert wird nach Heimtrainingsvorgaben der Cheftrainer, in Eigenverantwortung oder auch gar nicht.

Wann dieser Spuk vorbei sein wird, weiß keiner so genau. Fix ist, dass bis zum Ostermontag, dem 13. April, sicher nichts passieren wird und es selbst dann sehr unwahrscheinlich ist, dass sofort wieder gekickt wird. Sportlich möglicherweise nicht ganz so ausschlaggebend, finanziell im Gegenzug vielerorts schon.

Noch in der Vorwoche sicherte der Burgenländische Fußballverband in einem Rundschreiben von Geschäftsstellenleiter Karl Schmidt Unterstützung zu. Auch Sport-Landesrat Christian Illedits und Sport Austria-Präsident sowie Ex-Landeshauptmann Hans Niessl sprachen sich für rasche Hilfe aus. Niessl etwa forderte „100 Millionen Euro“ als Soforthilfe für den österreichischen Sport.

„Wie schwer es wird, wird damit zusammenhängen, wie lange wir nicht spielen dürfen.“Roman Pinter, Obmann des SC Wiesen

„Was durchgesickert ist, wird wohl die Hälfte dieses Pakets beim Spitzensport bleiben. Schwer zu sagen, ob diese Hilfen dann für alle Amateurteams ausreichen werden. Es ist aber zumindest eine kleine Hilfe in den aktuell so schwierigen Zeiten“, meint Horitschons Sportlicher Leiter Joel Putz. Beim Burgenlandligisten wurden die Kosten, wie bei fast allen Vereinen, total runtergefahren. „Aufwandsentschädigungen fallen derzeit ja keine an, weil ja auch niemand einen Aufwand hat“, ergänzt der Funktionär.

Ähnlich ist die Situation beim SC Oberpullendorf. „Wir haben die Kosten auf ein Minimum gesenkt und können aufgrund unserer Bemühungen zu Beginn des Jahres ohne Existenzängste schlafen“, so Obmann Daniel Art. Nachsatz: „Dennoch müssen wir, sobald es wieder losgeht, in die Hände spucken und Vollgas geben. Je schneller es losgeht, desto besser. Denn auf Rosen gebettet sind wir sicherlich auch nicht.“

„Situation für alle sehr herausfordernd“

Schattendorfs Obmann Alex Bernhardt gibt sich kämpferisch: „Die Situation für die Vereine und deren wirtschaftliche Jahrespläne sind durchaus als herausfordernd anzusehen. Ich werde aber alles, was möglich ist, unternehmen, damit der SV Schattendorf ohne gröbere Probleme aus dieser Situation herauskommt. Was ich mir wünsche ist, dass es bald konkrete Pläne gibt, wie es mit der Meisterschaft weitergeht.“ Damit spricht der Klubchef vielen seiner Kollegen aus der Seele. Denn gerade die Ungewissheit nagt an den Nerven der Fußballgemeinde. „Wie schwer es nach der Krise wird, hängt damit zusammen, wie lange wir nicht spielen dürfen,“ so Wiesen-Obmann Roman Pinter.

Fazit: Hilfe wird es an der einen oder anderen Stelle sicher brauchen und (wahrscheinlich) auch geben. Eine rasche Wiederaufnahme des Meisterschaftsbetriebs würde allerdings am meisten helfen. „Realistisch gesehen ist das Frühjahr gelaufen. Wir müssen auf den Herbst hoffen“, meint etwa Joel Putz.