Liga-Abstiegskampf pur in der 2. Liga Mitte. Lockenhaus, Oberloisdorf und Sigleß, die drei Tabellenletzten, schlugen am Transfermarkt zu. Lackenbach, Viertletzter, nicht. Für wen geht es am Ende am besten aus? Von Max Wiesler und David Schweighofer

Von David Schweighofer. Erstellt am 21. Februar 2021 (03:23)
Vier Trainer, ein Ziel: Nicht Absteigen! Gerhard Karoly (Lackenbach), Christian Rotpuller (Sigleß), Alex Martna (Oberloisdorf) und Edi Stössl (Lockenhaus-Rattersdorf), keiner will, mindestens einer muss aber runter. Wird im Frühjahr weiter gespielt, ist das Rennen um den Klassenerhalt eröffnet.
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Wie viel Punkte Rückstand hat der Vierte auf den Dritten? Wie viel der Dritte auf den Zweiten? Wie viel der Zweite auf den Ersten? Und wer steigt am Ende eigentlich auf? Lockenhaus, Oberloisdorf, Sigleß und Lackenbach wird es herzlich egal sein. Die haben nämlich andere Sorgen. Alle vier hängen hinten in der Tabelle drin, sind bei jeweils acht Spielen nur zwei Punkte voneinander getrennt. Lockenhaus ist mit drei Zählern Letzter, Lackenbach mit fünf Viertletzter. Dazwischen rangieren Oberloisdorf und Sigleß.

Ziel des BFV ist es, im Frühjahr die Hinrunde zu beenden. Gelingt das, ist es, anders als im Vorjahr, möglich, die Meisterschaft zu werten, gäbe es Auf- und Absteiger. Ist selbst das nicht drin, wird wieder annulliert. Ein Verein steigt in die Landesliga auf. Stand jetzt, wäre das Steinberg. Bei den Absteigern gestaltet es sich etwas komplizierter. Wie viele Vereine den Gang in die 1. Klasse Mitte antreten müssen, hängt davon ab, wie viele Klubs aus der Landesliga in die 2. Liga Mitte absteigen, das von der Regionalliga Ost und das wiederum von der 2. Bundesliga.

Bei keinem Absteiger aus der Landesliga steigt ein Verein in die 1. Klasse Mitte ab, bei einem zwei, bei zwei drei. Das ist das Maximum. Und auch dann der Fall, wenn drei Vereine aus der Landesliga in die 2. Liga Mitte absteigen. Der ganze Spaß, damit die Liga 16 Klubs stark bleibt. Fürs Aufsteigen aus der 1. Klasse gilt dasselbe Prinzip. Oberpetersdorf/Schwarzenbach ist aktuell Landesliga-Letzter.

Wer muss wann runter? Abstiegsrechenspiele

Momentan würden also zwei Vereine in die 1. Klasse Mitte absteigen, sind selbst Kaisersdorf (Elfter, 8 Punkte, 7 Spiele) und Z-S-P (Zwölfter, 6 Punkte, ebenfalls 7 Spiele) nicht gefeit, stehen aber immer noch besser da, als die vier Letzten. Die nutzten die Transferphase, um am Markt richtig zuzuschlagen. Ausnahme: Lackenbach. Lockenhaus krallte sich mit Giuliano Milici, Marcel Art und Bence Sipos beinahe für jede Position einen Spieler, Oberloisdorf holte Bence Gadavics und Erik Nemeth. Und Sigleß ließ mit Arnold Ernst (vom SC Bad Sauerbrunn) und Co. aufhorchen. Wer es am Ende machen, sprich nicht absteigen wird, steht in den Sternen. Dennoch: Zeit für eine erste Bilanz. Wie schätzen die Trainer die Situation ein? „Unser großer Vorteil ist, dass die Mannschaft bereits funktioniert – und harmoniert“, glaubt Lackenbachs Gerhard Karoly an Teamgeist. Trotz Transferstille und des schmerzhaften Abgangs von Alex Balogh sei man „einer mehr“. Denn die Routiniers Christian Mörkl und Mario Lösch wurden reaktiviert. Und Routine ist bekanntlich nie schlecht. Beide zeigen im Heimtraining große Laufbereitschaft und sollen das Team im Abstiegskampf verstärken.

„Hinten rauszukommen ist keinesfalls leicht“

Erster „Verfolger“, Sigleß, im Herbst andauernd vom Verletzungsteufel geplagt, braucht die Punkte ebenso dringend. Trainer Christian Rotpuller: „Wenn wir nicht wieder so ein Pech mit den Ausfällen haben wie im Herbst, dann werden wir das schon schaffen.“

Oberloisdorfs Alex Martna ist erprobt. „Ich weiß aus 2018, wie schwierig es ist, da hinten rauszukommen.“ Damals gelang es, Chancen gibt es auch diesmal genug. „Von den sieben Partien, die wir noch haben, sind vier gegen direkte Konkurrenten.“ Die müsse man gewinnen, so Martna. „Und wenn wir das nicht tun, haben wir sowieso keine Berechtigung, oben zu bleiben.“

Edi Stössl, Trainer bei Tabellenschlusslicht Lockenhaus, sammelte mit seinem neuen Team noch keine Erfahrungen im Abstiegskampf, zeigt sich aber zielstrebig: „Wir werden in der Vorbereitung zwar nur wenig Zeit haben. Mein Ziel ist aber ganz klar. Ich will der ganzen Mannschaft wieder Stabilität geben und nicht absteigen.“

Fakt ist: Einen trifft es sicher. Der 16. April gilt als Zieldatum für den Re-Start. Dieses Datum wackelt aber freilich bedenklich, nachdem der Lockdown verlängert worden ist.