Für Jordanich ist der Titel das große Ziel. In der Saison 2020 holte sich Dominik Jordanich überraschend den Staatsmeistertitel. Heuer soll die Sensation mit großem Einsatz wiederholt werden.

Von Dietmar Heger. Erstellt am 31. Januar 2021 (01:13)
Stolz. Der Oberpetersdorfer Dominik Jordanich mit Pokal und Urkunde für den Staatsmeistertitel in der Klasse SuperTouringCars 2000.
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Rückblick: Ende August des Vorjahres durfte sich Dominik Jordanich über den größten Erfolg seiner Karriere freuen. Der Oberpetersdorfer löste nämlich den tschechischen Serien-Staatsmeister Roman Castoral nach 15 Jahren auf dem obersten Treppchen in der Klasse SuperTouringCars-2000 der Österreichischen Rallycross-Serie ab. „Was viele nicht für möglich gehalten haben, ist endlich eingetreten. Der Staatsmeistertitel bleibt wieder in Österreich und geht nicht nach Tschechien“, freute sich Jordanich damals. Der Stolz ist freilich auch fast ein halbes Jahr später geblieben, doch der Fokus gilt nicht mehr der Vergangenheit, sondern der Zukunft.

Aktuell ist die Saison 2021 aufgrund der Covid-Pandemie zwar noch nicht gesichert, aber das Team Jordy blickt optimistisch in die Zukunft: „Wir glauben daran, dass auch heuer eine RX-Saison gefahren wird. Auch voriges Jahr standen die Zeichen schlecht und dann sind wir eine spannende Meisterschaft gefahren“, so Vater und Betreuer Christian Jordanich. Daher wird derzeit gleichermaßen an der Kondition des Sohnemanns als auch an dessen Wagen geschraubt.

Harte Arbeit. Der Honda Civic von Dominik Jordanich wurde nach der Saison komplett auseinandergenommen, um mögliche Fehlerquellen zu finden und Verbesserungen vorzunehmen.
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„Es wird total unterschätzt, welche Arbeit man an Lenkrad, Handbremse, Schaltknüppel und an den Pedalen ruckartig und blitzschnell vollbringen muss“, erklärt der erfahrene Coach, der in der Vergangenheit auch viele Fahrertrainings auf dem Red Bull Rings anbot. „Der ist eigentlich sehr angenehm zu fahren, aber dennoch mussten viele Schüler erkennen, dass es durchaus sportlich zugeht.“ Neben der notwendigen Kondition als Grundlage für weitere Großtaten wird daher auch hart an der Reaktionsschnelligkeit von Dominik gearbeitet. Dafür wurde ein eigener Simulator gebaut. „Es ist der selbe Sitz und das selbe Lenkrad wie im Rennauto verbaut. Auch das Schalten und die Handbremse sind annähernd gleich“, berichtet Christian, der sich mit seinem Sohn auch das eine oder andere Mal am Simulator matcht.

„Ich bin selbst Motorsportler, habe Coachings gemacht, aber Dominik ist da echt ein Ausnahmetalent. Ich komme weder an der Rennstrecke und auch nicht am Simulator an seine Zeiten heran“, kann Christian mit den Niederlagen gegen seinen erfolgreichen Sohn aber sehr gut leben. Überhaupt ist für das Team Jordy auch in den Tagen der Ungewissheit – eben aufgrund der unklaren Meisterschaftssituation – das Motto: „Immer positiv denken.“

„Wir wollen immer etwas Positives mitnehmen. Und wenns nur der Lernprozess ist. Das ist unser Motto.“ Christian Jordanich, Vater und Betreuer von Rallycross-Staatsmeister Dominik.

Diese positive Einstellung ist auch notwendig, um die nötige Geduld aufzubringen und den Wagen für eine mögliche Saison bestmöglich aufzubereiten. „Bei uns ist es immer so, dass das Auto nach der Saison komplett zerlegt wird. So können wir auch die verborgenste Fehlerquelle und mögliche Beschädigungen lokalisieren. Außerdem finden wir dann immer wieder Teile, die wir noch besser – leichter, robuster oder einfacher zu montieren oder demontieren – machen können“, gibt Dominik einen Einblick darüber, was mit einem Rallycross-Wagen nach einer Saison so alles passiert.

Neben den Routinearbeiten wird es aber auch einen großen technischen Schritt geben. Bislang verfügte Dominiks Rennauto über ein gewöhnliches H-Schaltgetriebe, nun wird auf ein sequentielles Getriebe umgerüstet. Dadurch erspart man sich sowohl beim Rauf- als auch beim Runterschalten das Kuppeln, was wiederum Schaltzeit reduziert. „Ein Teil des Puzzles, wenn du in der europäischen Spitze mitfahren möchtest“, weiß Christian Jordanich, der für den Umbau auf Sponsorensuche ging. „Die nötige Elektronik, die nötigen Sensoren und das Getriebe kosten ungefähr so viel wie ein guter neuer Mittelklassewagen, aus privater Tasche wäre das nicht möglich gewesen zu finanzieren.“

Der runderneuerte Honda Civic soll dann in etwa zwei bis drei Wochen fertig sein und zur Abstimmung auf dem Leistungsprüfstand stehen. Sobald die Witterung wieder trockener ist, werden die ersten Tests gefahren. „Dann werden wir sehen, wie schnell der Wagen geworden ist“, freut sich der amtierende Staatsmeister auf die ersten Ausfahrten. Denn der Oberpetersdorfer hat viel vor in dieser Saison. Diesmal muss er mit Roman Castoral nämlich den Angriff einer Rally-Legende auf seinen Titel abwehren.