Das Thema Reserven bleibt weiter brisant

Erstellt am 26. Juni 2022 | 03:47
Lesezeit: 4 Min
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Guter Austausch. Karl Bader, Ernst Wild, Piringsdorf-Obmann Helmut Stelczenmayr, Gerhard Kornfeind, Manfred Strodl und Rainer Hack (v.l.).
Foto: Foto Didi
Gruppenobmann Gerhard Kornfeind lud zum Austausch und ziemlich alle Klubs der Gruppe Mitte folgten. Nach intensiven Gesprächen erwartet man sich jetzt Taten.
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Zwischendurch wurde beim Runden Tisch der Gruppe Mitte-Vertreter am vergangenen Samstag im Gasthaus Muschitz ziemlich hitzig diskutiert, am Ende konnten aber doch alle Parteien durchaus zufrieden den Saal verlassen.

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BFV-Vertreter. Vizepräsident Ernst Wild, Gruppenobmann-Stellvertreter Karl Bader, Gruppenobmann Gerhard Kornfeind und Finanzreferent Rainer Hack (v.l.) informierten über wichtige Themen rund um die kommende Saison.
Foto: BVZ

Aber der Reihe nach: Schon nach der Begrüßung durch die BFV-Funktionäre stand mit dem Dauerthema Reserven gleich der brisanteste Tagesordnungspunkt auf der Agenda. Denn wie schon im Vorfeld zu erwarten war, stößt vielen Vereinsvertretern die Ankündigung seitens des Verbands, bei 25 Prozent abgesagter Spiele der zweiten Mannschaften die Kampfmannschaft zum Abstieg zu verdonnern oder nicht aufsteigen zu lassen (2. Klassen), extrem sauer auf.

Draßmarkt-Funktionär Wolfgang Rebernig drückte es ohne Umschweife so aus: „Dieser Beschluss muss weg. Er ist nicht im Sinne der Vereine und außerdem rechtswidrig. Es bedarf besserer Lösungen.“

Eine spontane Abstimmung im Raum brachte dann Einstimmigkeit. Die Klubs der Gruppe Mitte sprachen sich deutlich für den Erhalt der Reserven, aber entschieden gegen einen Zwangsabstieg bei zu vielen Absagen der „Zweier“ aus.

Neckenmarkts Funktionär und BFV-Finanzreferent Rainer Hack, der sich für eine (letzte) Klasse ohne Reservepflicht und Aufstiegsrecht aussprach, um einige Klubs vor dem Zusperren zu bewahren, ortet aber ein grundsätzliches Problem im Amateurfußball: „Die aktuelle Entwicklung ist bedenklich. Derzeit lautet der Kreislauf: Geld eintreiben, Spieler holen und Erfolg haben.“ Auch Spielgemeinschaften wurden im Zusammenhang mit der Reservenproblematik in den Gesprächen erwähnt.

Klarer Auftrag an den Spielausschuss des BFV

Nach gut zweistündiger Diskussion wurden die BFV-Vertreter mit dem klaren Auftrag des Plenums verabschiedet, dem Spielausschuss mitzuteilen, eine bessere Lösung als die Bestrafung der Kampfmannschaft bei Problemen in der Reserve zu finden. Antaus Sportlicher Leiter Mark Hergovits regte beispielsweise ein Belohnungssystem für besonders fleißige Reserven an.

Weiters wurde von Kornfeind noch ein Bild über die aktuelle Ligastärke und die Entwicklung in der Zukunft gezeichnet. Eine rasche Reform der 2. Liga Mitte von 16 auf 14 Vereine wurde von den anwesenden Vertretern entschieden abgelehnt. Allerdings müsse man diese Thematik aufgrund der sinkenden Grundzahl im Auge behalten. Kein Thema für die 2. Liga-Klubs war der Spieltermin am Freitagabend als Pflichttermin, was allerdings bei den Verantwortlichen der 1. und 2. Klasse für Gesprächsstoff sorgte. Da keine rasche Einigung in Sicht war, verständigte man sich darauf, jede Klasse in diesem Punkt individuell zu behandeln.

Sehr konstruktiv verliefen auch die Gespräche um den Spielmodus in den beiden untersten Klassen. Wiesen-Obmann Michael Ochs schlug vor, nach der regulären Meisterschaft, die in der 1. Klasse Mitte laut aktuellem Stand 24 und in der 2. Klasse Mitte 22 Spiele umfasst, jeweils einen „Klassen-Cup“ zu organisieren, also einen Ligapokal, um zusätzliche Heimspiele und somit auch Einnahmen generieren zu können. Mattersburgs Sportleiter Richard Vogler, der in der vergangenen Saison unliebsame Erfahrungen mit der Play-off-Variante gemacht hatte, freut’s: „Es waren am Ende zu viele Spiele und hat auch keinen Spaß mehr gemacht. Diese Lösung gefällt mir.“

Der letzte – aber nicht unwesentliche Punkt – betraf die Covid19-Problematik. Die Regelung für Absagen wird dahingehend angepasst, dass ab der kommenden Saison ein Kader von rund 20 Spielern plus Torhüter beim Verband gemeldet werden müssen. Fallen fünf Akteure des genannten Kaders aus, darf abgesagt werden.