Ritzing

Erstellt am 12. Juli 2017, 03:00

von David Hellmann

Posch: „Werden uns über die Arbeit definieren“. Mario Posch ist der neue Sportliche Leiter des SC Ritzing. Die BVZ sprach mit ihm über das neue Projekt.

Neuer Arbeitsplatz. Mario Posch bezog vor knapp zwei Wochen sein neues Büro im Sonnenseestadion. Der Ex-Profi-Kicker hat einiges vor mit dem SCR.  |  BVZ

„Das Old Trafford in Manchester nennt man ,Theatre of dreams.‘ In Ritzing wird es heißen: ,Where the dreams never end.‘“ Die Worte von Ritzing-Obmann Harald Reiszner, die er vor mehr als zehn Jahren in einer Rede auf der Vereinsweihnachtsfeier posaunte, sind nach wie vor aktuell.

Im Sommer folgte zwar der Ostliga-Rückzug, dass der Traum dennoch weitergehen soll, dafür soll ab sofort Mario Posch sorgen. Der Ex-Bundesligakicker ist seit zwei Wochen als Sportlicher Leiter beim SC Ritzing tätig. Die BVZ bat ihn zum Gespräch.

BVZ: Ein Profi-Manager in der fünfthöchsten Spielklasse – fühlen Sie sich nicht auf eine gewisse Art und Weise fehl am Platz?

Mario Posch: Überhaupt nicht. Der Punkt ist, dass die Liga nichts damit zu tun hat, wie gut man arbeiten kann. Und das Ziel des Projekts ist es zu wachsen. Wir möchten ja auch nicht in der 2. Liga bleiben, sondern sukzessive mit Strategie nach oben kommen. Ganz einfaches Beispiel: Red Bull Leipzig hat auch in der fünfthöchsten Liga angefangen. Natürlich ist das eine andere Konstellation, aber da hat man auch nicht gefragt, ob das jetzt fehl am Platz ist. Man muss sich sportlich und wirtschaftlich nach oben arbeiten.

Das Ziel heißt also weiterhin Bundesliga-Fußball?

Es ist hier eine super Infrastruktur vorhanden. Und das Ziel des Vereins ist es, Spieler und Mannschaft zu entwickeln. Wir wollen letztlich für Ritzing, aber auch für das gesamte Mittelburgenland, eine Plattform schaffen. Das Ziel Bundesliga besteht langfristig noch immer. Wir wollen diesen Weg aber mit Kopf und Hirn gehen.

Aber abseits der Infrastruktur: Ritzing hat rund 900 Einwohner und im Schnitt hatte man in der Vorsaison 237 Zuschauer. Stellt sich da bezüglich Bundesliga nicht die Sinnfrage?

Wenn man zum Beispiel Wiener Neustadt hernimmt: Die haben um die 40.000 Einwohner und einen Zuschauerschnitt von knapp 1.000. Ist das sinnvoll? Das Entscheidende ist, dass es Leute gibt, die das gerne möchten und die das nicht nur für den Verein – und das wird oft verkannt – sondern auch für die Region wollen.

Wie soll dieses Projekt aussehen?

Wir wollen hier eine Plattform für Spieler bieten, die sich verbessern wollen. Es wird bei uns die Möglichkeit bestehen, vier- bis fünfmal pro Woche zu trainieren, auch vormittags individuell zu arbeiten. Fakt ist auch, dass wir uns öffnen müssen. Ich möchte in Zukunft auf Vereine in der Umgebung zugehen und mit ihnen reden. Zudem werden wir Schulen Kooperationen vorschlagen und dort am Nachmittag zum Beispiel eine unverbindliche Übung Fußball oder Bewegung anbieten. Wir müssen uns einbinden.

Wie soll das klappen?

Ich bin nicht so blauäugig, dass ich glaube: Ich komm hierher, alle jubeln, die Tribüne ist voll und alle sagen: super Ritzing. Unsere Aufgabe wird es sein, gut zu arbeiten. Und über das werden wir uns definieren.