Statt Zuschauerrolle mitten auf dem Platz

Weil ein Schiedsrichter kurzfristig ausfiel, halfen Karl Lang und der Vater von Kemeten-Goalie Patrik Friedel aus.

David  Marousek
David Marousek Erstellt am 12. September 2021 | 02:24
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Schiedsrichter Karl Lang nahm die jeweils 60 Kilometer Anreise nach Loipersdorf-Kitzladen auf sich.
Foto: BFV

Die Reserven von Loipersdorf-Kitzladen und Kemeten waren bereit, doch es fehlte am vergangenen Samstag plötzlich ein Unparteiischer für das Duell. „Der Schiedsrichter meldete sich kurzfristig krank. Eine Stunde vorher mussten wir plötzlich einen neuen Schiri für die Reserve organisieren“, erklärte Roland Szander, Sektionsleiter in Loipersdorf-Kitzladen. Gleichzeitig fiel damit auch der Linienrichter für das folgende Spiel der beiden Kampfmannschaften aus. Doch woher sollte so schnell ein Ersatz her?

Statt Kohfidisch ging es nach Loipersdorf

Der aus Sankt Martin an der Raab stammende Schiedsrichter Karl Lang war gerade in der Steiermark um Lebensmittel einzukaufen, als plötzlich sein Handy klingelte.

„Ich war in Feldbach unterwegs, da ruft mich der zuständige Referent an“, erklärte er der BVZ. „Ich hab mir schon gedacht, das wird nichts Gutes heißen“, schmunzelte Lang, der eigentlich seinen freien Tag schon mit einem Besuch bei Burgenlandliga-Verein Kohfidisch eingeplant hatte. „Daraus wurde aber nichts“, so der Schiri, der anfügte: „Mein Kollege wurde anscheinend krank, da bin ich halt die 60 Kilometer rauf gefahren. Bis zur Reserve hab ich es nicht geschafft, aber der Kollege hat es bravourös gelöst.“

Hose und Sportshirt warteten bei Ankunft

Gemeint war hier Josef Friedl, Vater von Kemeten-Goalie Patrik, der zugleich als Torwarttrainer für Loipersdorf-Kitzladen agiert.

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Josef Friedl sprang kurzfristig als Schiedsrichter in der Reserve-Partie ein.
BFV

Nichtsahnend packte sein Sohn ihn ins Auto, laut Josef mit der Begründung „wir müssen schon bei der Reserve da sein.“ Eigentlich habe er sich nicht das Match seines Sohnemannes anschauen wollen, plötzlich bekam er von den Kemetern eine Sporthose und Trikot in die Hände gedrückt. „Patrik hat mir nichts gesagt, das war sehr kurzfristig“, lachte Josef Friedel. Vor zehn Jahren habe er in der Umgebung immer wieder mal ausgeholfen, wenn eine Mannschaft einen Schiedsrichter brauchte. „Die Vereine haben sich sehr gefreut, manche Spieler haben gesagt, ich hätte sogar besser gepfiffen als die Kollegen“, schmunzelte er.

Am Ende benoteten die Vereine den Auftritt der Unparteiischen mit „gut“ respektive „sehr gut“. „Das war super, dass der Lang als Linienrichter heraufgefahren ist“, bedankte sich Kemeten-Trainer Ewald Bogendorfer.