Welgersdorf-Kapitän Kamper: „War so nicht erwartbar“. Welgersdorf-Kapitän Markus Kamper wurde während der Saison zum Stürmer umfunktioniert – mit Erfolg! Bis zur Corona-Unterbrechung mischte man die 1. Klasse Süd auf.

Von David Marousek. Erstellt am 29. November 2020 (01:55)

Vor einem Jahr steckte der SV Welgersdorf noch tief drinnen im Abstiegskampf. Dass die Elf von Trainer Christoph Pomper, der über den Sommer übernahm, auf Platz zwei überwintert, war in dieser Form wahrlich nicht zu erwarten. Auch Kapitän Markus Kamper rechnete nicht mit diesem Teil-Erfolg: „Das hätte sich vor der Saison niemand sagen getraut, dass wir so weit vorne stehen. Unser Ziel war immer der Nichtabstieg, dass wir jetzt Zweiter sind, damit konnte keiner rechnen.“

Seine Entwicklung ist sinnbildlich für die gesamte Welgersdorfer Mannschaft. Seit der dritten Runde agiert Kamper als Stürmer und netzte bereits sieben Mal. Auch für ihn ungewohnt: „Das funktionierte plötzlich richtig gut, das hab ich so selber nicht erwartet.“

Kleiner Verein als wahre Wohlfühloase

Der Weg zur aktuellen Leistung war jedoch nicht immer auf Rosen gebettet. Vor zweieinhalb Jahren musste der SVW den ungeliebten Gang in die 2. Klasse Süd B antreten. Der Verein wehrte sich mit Händen und Füßen gegen die weiten Auswärtsfahrten – erfolglos. Doch im letzten Saisonspiel glückte der direkte Wiederaufstieg. Für den Kapitän ein Wendepunkt: „Der Aufstieg war sehr wichtig, das merkt man aktuell auch bei den Großpetersdorfern, wie schwer es in der zweiten Saison eigentlich wird.“

Zwei Meistertitel feierte Kamper mit seinem SVW. An einen Abschied dachte er dabei nie. „Eigentlich hat es mir hier mit meinen Freunden immer gut gefallen. Ich mag die Leute, die Fans und auch der Vorstand arbeitet super. Nach dem Match kann man gut zusammensitzen“, erklärte der „Capitano“. Auch während der Corona-Krise bemüht sich der Kapitän um Kontakt zu seinen Mitspielern und dem Trainerteam: „Wir machen öfters Videotelefonate. Eigentlich gibt es über Whatsapp jeden Tag Kontakt zu den Teamkollegen.“

Diese Geschlossenheit innerhalb des Teams ist oft auch auf dem Rasen ein Vorteil. Das zeigt sich auch in der zeitweise etwas ruppigeren Spielweise. „Als kleiner Verein muss man sich 90 Minuten konzentrieren. Es braucht diese Einstellung, wenn man als Sieger vom Platz gehen will. Wir müssen da die Spielweise hart gestalten, denn das mögen die wenigsten Gegner.“

Einen großen Anteil hat für den Kapitän auch Chefcoach Christoph Pomper: „Er stellte das System ein bisschen um. Die Trainings sind immer lässig und vor dem Spiel motiviert er uns richtig. Er ist einfach ein Gewinnertyp – auch gegen die vermeintlich stärkeren Gegner. Mit einem Punkt sind wir alle mittlerweile nicht mehr wirklich zufrieden.“

Neuzugänge passten wie Deckel auf den Topf

Im Sommer trennte sich der Verein von altgedienten Kräften wie Laszlo Bacsi (Großwarasdorf) und Jenö Toth (Karriereende). Dafür kam unter anderem der langjährige Wunschspieler Szabolcs Lödör aus Gerersdorf-Sulz in die Gemeinde Großpetersdorf. Mit dem in Oberdorf nicht mehr gesetzten Matthias Oswald und dem Ex-Stremer Patrick Gober zeigten zwei bereits „abgeschriebene“ Kicker in Welgersdorfer groß auf. Der Ollersdorfer Valon Ceka sorgte mit drei Toren für zusätzliche Gefahr im Offensivdrittel.

„Wir haben natürlich gehofft, dass die Jungs alle so einschlagen, aber sie passen wirklich super rein“, freute sich der Kapitän. Im letzten Jahr habe man noch viele Punkte in der Schlussphase liegen gelassen, damit sei es laut Kamper nun vorbei: „Das gibt es jetzt nicht mehr. Jeder läuft für den Anderen.“