UFC Oberschützen: Sonny soll bleiben. Oberschützens Nachwuchstrainer Emad Sonny droht die Abschiebung. Das ganze Dorf wehrt sich und braucht Unterstützung.

Von Maximilian Wiesler. Erstellt am 26. November 2020 (05:44)
Liebgewonnen. Emad Sonny lebt seit bald fünf Jahren in Oberschützen. Und macht sich richtig gut. Sein Asylansuchen wurde abgelehnt. Die Oberschützener wollen ihn behalten. Eine Petition soll dabei helfen.
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„Ich habe ihn vor drei Jahren kennengelernt“, sagt Oberschützens Trainer Gerhard Wolfger. Mit „ihm“ ist Emad Sonny gemeint. Er ist 55 Jahre alt und stammt aus dem Irak. 2015 verließ er sein Heimatland, flüchtete gezwungenermaßen und fand in Österreich Unterkunft. Genauer gesagt in Aschau, der Nachbarortschaft der Schulstadt. Er lebte sich schnell ein. Vor ein paar Jahren ging er auf den Oberschützer Sportverein zu, wollte sich engagieren. Da dieser damals aber in der Krise steckte, wurde nichts draus. Emad ließ nicht locker, kam bald danach „im Wirtshaus“ mit eben Wolfger ins Gespräch und auf einen grünen Zweig. Seit Mai macht er im Nachwuchs der AVITA Therme mit, ist auf dem Papier Wolfgers U8-Co-Trainer, schaukelt das Training seit Juni aber alleine.

Emad ist aramäischer Christ, hätte seinen Einsatz für die Glaubensgemeinschaft daheim im Irak fast mit dem Leben bezahlt. Sie wird vom IS ständig bedroht. Er arbeitet in Österreich, will unbedingt bleiben. Doch das entpuppt sich als schwer.

Sein Asylansuchen wurde kürzlich abgelehnt, weil er die erforderlichen Nachweise betreffend seiner Verfolgung nicht erbringen konnte. Auch das subsidiäre Bleiberecht wurde ihm gerichtlich abgesprochen, dieser Entscheid allerdings vom Verfassungsgerichtshof (vorübergehend) aufgehoben. Emad wurde nach Großpetersdorf verlegt, der nächste Verhandlungstermin ist im Dezember. Gegen eine drohende Abschiebung laufen die Oberschützer jetzt Sturm. Der Verein „Miteinander“ hat eine Petition gestartet, will aufmerksam machen. 2000 Unterschriften werden gebraucht – innerhalb der nächsten Wochen. Sie können online unter www.openpetition.eu abgegeben werden. Dort wird Emad Sonny übrigens als Imad Sony genannt. „Namensfehler“, sagt Wolfger. „Uns ist es ein Anliegen, seine positive Haltung im Zusammenleben zu bestätigen“, heißt es auf der Homepage.