Unsere Aufsteiger: „Endlich geschafft“ in vielerlei Hinsicht

Erstellt am 27. Juni 2022 | 02:41
Lesezeit: 5 Min
Tobaj kürte sich verdient zum Meister. Nach zwei Corona-Titeln kehrt der ASV damit „endlich“ in die 1. Klasse zurück. Zurück geht es auch für den SC Wiesfleck, der 2019 mit Tobaj abstieg. Newcomer: Zuberbach, das in anderer Hinsicht von „geschafft“ sprechen kann und zum ersten Mal seit 40 Jahren aufsteigt.
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Drei Aufsteiger, drei glückliche Vereine: der ASV Gemeinde Tobaj als Meister, der SC Wiesfleck als Zweiter und der SV Zuberbach als Dritter steigen nach einer packenden Meisterrunde der 2. Klassen in die 1. Klasse auf.

Stichwort Meisterrunde: Im Frühjahr spielten sich die „Herbstmeister“ der 2. Klassen drei Aufstiegstickets aus. Die Qualität war damit hoch, die Aufsteiger haben es sich somit redlich verdient. Vor allem Tobaj, das unangefochten Erster wurde, sowie Wiesfleck, seines Zeichens sicherer Zweiter. Und auch Zuberbach, das zwar für den „Dritten“ etwas zittern musste, es aber am Ende doch schaffte. Die BVZ blickt im Detail auf „unsere Aufsteiger“:

28 Spiele, 126 Tore, 24 Siege – der ASV Gemeinde Tobaj legte eine Saison der Superlative hin und marschierte unaufhaltsam zum Meistertitel und der damit verbundenen Rückkehr in die 1. Klasse Süd.

„Das war eigentlich eine einzigartige Saison – nahezu perfekt“, sagte Tobaj-Kapitän Lukas Spirk. Nach einem bärenstarken Herbst ging die Elf von Jochen Keglovits auch in der Meistergruppe unbeirrt ihrer Wege und holte am Ende sogar mit neun Zählern Vorsprung den Titel. „Wir haben im Team einen guten Zusammenhalt und wollen immer Offensiv-Fußball zeigen“, nannte Spirk die Hauptgründe für den Meister-Coup.

Besonders eindrucksvoll war das Angriffsfeuerwerk, welches der Meister nahezu in jedem Spiel abfeuerte. So stehen im Frühjahr zwei 9:1-Siege zu Buche. Als Highlight hat ASV-Kapitän Spirk den 6:4-Heimsieg gegen den SV Hannersdorf in Erinnerung, als man bis zur 90. Minute noch 2:4 zurück lag, ehe man in der Nachspielzeit das Spiel noch drehen konnte.

„Das vergisst man nicht. Solche Dinge sind natürlich auch für die Zukunft prägend“, erklärte Spirk. Apropos Zukunft: Welche Rolle kann der überlegene Meister in der 1. Klasse Süd einnehmen? „Das vorrangige Ziel ist der Nichtabstieg. Wir wollen aber auch unseren Stil in der 1. Klasse fortsetzen und uns in dieser Liga festbeißen“, so der Kapitän. Am ohnehin bereits hochkarätig besetzten Spielersektor soll sich dabei nur wenig ändern: „Wir vertrauen in den bestehenden Kader. Aber wir halten Augen und Ohren sicher offen.“

Mit Tobaj 2019 abgestiegen, mit Tobaj 2022 wiederaufgestiegen: Auch für den SCW geht es nach dreijähriger 1. Klasse-Abstinenz wieder rauf! Grund dafür: Eine sehr solide Performance. Sowohl in der Herbstsaison als auch jetzt in der hochkarätigen Meistergruppe. Wiesfleck heimste in den 14 Meister-Spielen starke 28 Punkte ein, stellte in der Eliterunde zudem die beste Defensive. Trainer Toni Dorner lobte stets die Kompaktheit seiner Jungs.

Die diese auch in der 1. Klasse auf den Platz bringen wollen. Dann aber, und das ist vielleicht die Sache, die die Aufstiegsfreuden etwas trübt, ohne Dorner. Der Spielertrainer, der die Zeit beim SCW als „sehr positiv“ beschreibt, wird zur neuen Saison aus beruflichen Gründen nicht mehr für Wiesfleck arbeiten (mehr dazu auf Seite 78). Die Suche nach einem neuen Coach läuft. Sicher gut für diesen: Das Kadergerüst, das zum Aufstieg in die 1. Klasse führte, bleibt bestehen und einige der Kicker können bereits auf Erfahrungen in der jetzigen Spielklasse setzen. Was dann dort genau für den SCW drinnen ist? Das wird sich zeigen und ist vor allem davon abhängig, wie man sich konkret verstärkt. Speziell am Trainersektor – immerhin mit die wichtigste Personalie in einem Fußballverein.

Der dritte Aufsteiger im Bunde heißt SV Zuberbach und hat wohl ein um nichts kleineres Grinsen als die anderen beiden im Gesicht. Die Zuberbacher verfolgten das Ziel „Aufstieg in die 1. Klasse“ bereits seit mehreren Jahren, scheiterten aber immer wieder knapp. Diesmal klappte es und sorgt für den Fall, dass die Zuberbacher zum ersten Mal seit den 1980er-Jahren aus der 2. Klasse in die 1. Klasse aufsteigen.

Sektionsleiter Klaus Brandstätter betitelte den Aufstieg als „historisch“ – man ist geneigt, ihm zuzustimmen. Für den Aufstieg musste der SV Zuberbach aber durch einige Höhen und Tiefen in der abgelaufenen Meistergruppe gehen. Zwischenzeitlich verlor man mehrere Spiele deutlich, dann gewann man wieder deutlich – Konstanz gibt am Ende daher nur die Statistik von sieben gewonnenen und sechs verlorenen Spielen her. Die Vorhaben für die 1. Klasse? Brandstätter: „Der Aufstieg war großartig, jetzt zählt für uns nur der Klassenerhalt.“ An der Kaderzusammenstellung für die neue Saison wird bereits gebastelt. Mit Attila Fischer, David Markovits, Daniel Dancsecs, Balint Komoroczi und Balazs Imre muss man dafür erstmal Abgänge verkraften, Zugänge stehen jedoch in der Pipeline. Man darf gespannt sein...